Jerusalem: Altstadt abgeriegelt, Schule von Raketentrümmern getroffen
Nur der Umstand, dass der Schulbetrieb aufgrund der Sicherheitslage bereits vor zwei Wochen eingestellt wurde, verhinderte eine Katastrophe. „Es handelt sich um schwere Metallstücke, die mit enormer Geschwindigkeit einschlugen und tödliches Potenzial haben“, erklärte Pater Faltas gegenüber der Nachrichtenagentur Sir. „Die Schule war leer. Gott sei Dank waren weder Kinder noch Lehrer oder Personal anwesend. Es wäre eine Tragödie inmitten der Katastrophe gewesen, die wir ohnehin schon erleben.“
Keine Schutzräume in der Altstadt
Besonders besorgt zeigt sich der Franziskaner über die Schutzlosigkeit der Bewohner: „Wer in der Altstadt von Jerusalem lebt, hat keine Möglichkeit, einen Schutzraum aufzusuchen. Es gibt dort schlicht keine Bunker, und es ist technisch unmöglich, dort sichere Orte für den Schutz der Bevölkerung zu bauen.“
Auch in Beit Sahour, nahe dem Hirtenfeld, schlug ein Raketenwrack unweit einer Kapelle ein. Obwohl keine Personen zu Schaden kamen, sei die schiere Größe der Trümmerteile furchteinflößend. Pater Faltas fand deutliche Worte für die Technologie des Krieges: „Raketen und Drohnen sind die Arme derer, die die Verzweiflung in den Augen einer zerstörten Menschheit nicht sehen wollen; derer, die die unschuldigen, leblosen Körper nicht berühren und den lautlosen Schrei der Kinder nicht hören.“
Ein schwarzer Freitag für die Weltreligionen
Jerusalem gleicht derzeit einer abgeriegelten Festung. Wer keinen festen Wohnsitz in der Altstadt hat, darf die Tore nicht passieren. Dies hat beispiellose Auswirkungen auf das religiöse Leben der drei monotheistischen Weltreligionen. Die Franziskaner können den traditionellen Kreuzweg auf der Via Dolorosa nicht begehen. Die Grabeskirche und das Abendmahlssaal bleiben geschlossen. Der Zugang zur Al-Aqsa-Moschee für das Gebet am letzten Freitag des Ramadan bleibt für die meisten muslimischen Gläubigen verwehrt. Die Klagemauer ist am Tag vor dem Schabbat für Auswärtige nicht erreichbar.
Dramatische Lage im Norden
Pater Faltas verwies zudem auf die „schreckliche Situation“ an der Grenze zum Libanon. Allein in der vergangenen Nacht seien etwa 200 Raketen aus dem Libanon auf den Norden Israels abgefeuert worden. Gleichzeitig verbreite der Krieg im Libanon Tod und Leid unter der Zivilbevölkerung, die aus zerstörten Städten fliehe – ohne Schutz vor der Kälte, ohne Nahrung und ohne medizinische Versorgung.
„Wie viel Schmerz liegt auf dieser gesegneten Erde!“, schloss Pater Faltas seine Schilderung der aktuellen Lage.
(sir - mg)
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