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Bischof Erwin Kräutler Bischof Erwin Kräutler 

Schweiz: Auszeichnung für früheren Amazonas-Bischof Kräutler

In der Luzerner Lukaskirche wurde am Sonntag der Herbert-Haag-Preis 2026 verliehen. Die mit jeweils 10.000 Schweizer Franken dotierte Auszeichnung ging an den emeritierten Amazonas-Bischof Erwin Kräutler und die ungarische Theologin Rita Perintfalvi.

Odilo Noti, Präsident der Herbert-Haag-Stiftung, betonte in seiner Ansprache, dass beide Preisträger trotz unterschiedlicher Schwerpunkte durch ihr „Insistieren auf menschlicher Würde und Gleichheit, auf Menschenrechten und Demokratie“ verbunden seien.

Ehrung für das Lebenswerk von Erwin Kräutler

Der 86-jährige Bischof Erwin Kräutler, gebürtiger Vorarlberger, wurde für sein jahrzehntelanges Engagement in Brasilien ausgezeichnet. Kräutler, der seit den 1960er-Jahren im Amazonasgebiet tätig ist, war Bischof der Diözese Xingu und Präsident des Indianermissionsrates (CIMI). In der Begründung der Stiftung wurde neben seinem Einsatz für die Rechte indigener Völker und den Umweltschutz auch sein Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch und Kinderprostitution hervorgehoben.

Laudatorin Ute Leimgruber verwies auf den „roten Faden des Evangeliums“ in Kräutlers Wirken, der Gottesliebe und Nächstenliebe untrennbar verbinde. Kräutler selbst nutzte die Verleihung, um strukturelle Reformen in der Kirche einzufordern. Angesichts des Priestermangels in der riesigen Diözese am Amazonas fragte er: „Warum um Gottes willen ist es nicht möglich, Gemeindemitglieder, die in diesen Regionen leben und teils schon Leitungsfunktionen innehaben, zu weihen, damit überall Eucharistie gefeiert werden kann?“ Zudem mahnte er den Schutz des Regenwaldes an, da dessen Fortbestand Auswirkungen auf die gesamte Erde habe.

Die 52-jährige Theologin Rita Perintfalvi, die in Budapest lehrt, wurde für ihren Einsatz gegen Rechtspopulismus, religiösen Fundamentalismus und für Geschlechtergerechtigkeit geehrt. Laudatorin Irmgard Fischer wies darauf hin, dass Perintfalvi massiven Anfeindungen und existenziellen Bedrohungen ausgesetzt sei.

Hintergrund der Stiftung

Die 1985 von dem Schweizer Theologen Herbert Haag gegründete Stiftung setzt sich für Freiheit, Solidarität und Demokratie innerhalb und außerhalb der Kirche ein. Zu den Gratulanten in Luzern zählte auch eine Abordnung der Diözese Feldkirch unter der Leitung von Bischof Benno Elbs.

(kap - mg)

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23. März 2026, 13:41