Abtprimas: Online im Kloster begrenzen, Traditionalisten respektieren
Im Hinblick auf die kirchenpolitische Debatte um die lateinische Liturgie unterstreicht der Abtprimas ein Modell der Koexistenz. Innerhalb des Benediktinerordens stünden die traditionelle und die aktuelle Form der Messfeier ohne Konflikte nebeneinander. Er verwies darauf, dass die alte Form durch die Entscheidungen von Papst Benedikt XVI. einen festen Platz erhalten habe. Abtprimas Jeremias erklärte dazu: „Wir haben Mitbrüder und auch Schwestern, die auf dieser Form des Betens und Messfeierns ihr Ordensleben aufgebaut haben. Das hat inzwischen auch ein Heimatrecht in der Kirche, und sollte wenigstens in einigen Bereichen zugelassen werden.“
Moderne Technik
Ein weiterer Schwerpunkt des Ordenslebens ist der Umgang mit moderner Technik wie Smartphones und sozialen Medien. Laut dem Abtprimas liegt die detaillierte Ausgestaltung der Regeln bei den einzelnen Klöstern, doch müsse bereits in der Phase der Ausbildung eine Auseinandersetzung mit diesen Medien stattfinden. In der Ausbildung der Novizen sei es erforderlich, den Verzicht einzuüben. In einigen Gemeinschaften ist es üblich, dass die Neueintretenden ihre Mobiltelefone bei Beginn der Ausbildung abgeben. Der Benediktiner betonte, dass in dieser Angelegenheit eine gezielte Anstrengung notwendig sei.
Hinsichtlich der Verwendung künstlicher Intelligenz sieht der Abtprimas praktische Anwendungsmöglichkeiten, insbesondere bei der Simultanübersetzung auf internationalen Konferenzen. Da der Benediktinischen Konföderation weltweit etwa 7.000 Mönche angehören und die Föderation der Benediktinerinnen rund 14.000 Mitglieder zählt, erleichtert die Technik die Verständigung zwischen den verschiedenen Sprachräumen. Dennoch hält Schröder am Erlernen von Fremdsprachen fest, da dies zum Verständnis anderer Denkweisen beitrage.
Die Benediktinische Konföderation unterhält zudem die Ordenshochschule Sant’Anselmo in Rom, die als wissenschaftliches Zentrum der weltweiten Gemeinschaften fungiert.
(kna - mg)
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