Clara Offermann, Freiwillige in Santa Maria dell'Anima, der deutschsprachigen Gemeinde Roms Clara Offermann, Freiwillige in Santa Maria dell'Anima, der deutschsprachigen Gemeinde Roms 

Ein Jahr in Rom: Freiwilligendienst in der „Anima"

Clara Offermann leistet in diesem Studienjahr einen Freiwilligendienst in der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Rom. Als Ministrantin, Kantorin und Helferin an allen Ecken und Enden bringt sie sich dabei bis Juli im Gemeindeleben ein - und lernt so die ewige Stadt noch einmal ganz anders kennen.

Als „Adia-Leistende“, Anderer-Dienst-im-Ausland-Leistende, kam die 19-Jährige aus Mainz im vergangenen September nach Rom. Weil diese Bezeichnung vielen zu sperrig ist, geht es häufig einfach nur um die „Zivi“ der Anima. Claras Aufgabenfeld als Freiwillige ist dabei vielfältig: Plakate erstellen, Feste vorbereiten, das Gemeindebüro unterstützen. Ihre liebste Tätigkeit? Schnell erklärt: 

„Mein Highlight ist die Kirchenaufsicht und zusätzlich der Dienst in der Kirche, der Dienst im Gottesdienst und in der Liturgie, weil man bei der Kirchenaufsicht einfach eben super schnell sehr interessante Leute kennenlernt, ins Gespräch kommt und in der Liturgie hier viel mitgestalten kann – als Ministrantin oder Kantorin. Bei den anderen Mitministrierenden habe ich wirklich gute Freundschaften gefunden.“

Zum Nachhören

Vierstimmige Schola

Die Anima vereint unter ihrem Dach Kirche und Priesterkolleg. Hier wohnen also Geistliche, die in Rom studieren oder in der Kurie arbeiten, und die sonntags oft in der Gemeindemesse konzelebrieren. Es sind zur Freude vieler Pilger besonders feierliche Gottesdienste, mit Weihrauch, Orgel, Einzugsprozession - und neuerdings auch mit einer kleinen Schola. Bei deren Entstehung hatte Clara die Hände mit im Spiel. Sie selbst hat lange Jahre im Mainzer Mädchenchor am Dom gesungen. An der Anima gründete sie gemeinsam mit einer Freundin, die auch regelmäßig ministriert, die vierstimmige Gesangsgruppe. Sie fragten zwei Priester aus dem Kolleg der Anima, ob sie mitmachen wollten. „Beide waren glücklicherweise direkt bereit und auch mit Eifer dabei.“ Bei besonderen Anlässen schauten sie nun zusammen, welche vierstimmigen Stücke zur Liturgie passen. Diese werden dann einstudiert und im Gottesdienst gesungen. Die Ergebnisse sind äußerst hörenswert.

Clara Offermann beim Kantorendienst in der Kirche
Clara Offermann beim Kantorendienst in der Kirche

Gemeinschaftsgeist in der Anima

Clara Offermann ist erst die zweite weibliche Freiwillige, die ihren Auslandsdienst in der Anima ableistet. Als eine der wenigen Frauen im Kolleg fühlt sie sich trotzdem gut in den Gemeinschaftsgeist der Anima integriert, wie sie erklärt. Zu großen Teilen komme es darauf an, wie sehr sich der Freiwillige selbst einbringen möchte. Anfangs habe sie noch Hemmungen gehabt, aber das habe sich mit den ersten persönlichen Kontakten sofort gelegt.

„Wenn man ein paar Mal zum sonntäglichen Mittagessen oder zum Abendessen kommt oder teilweise mit Kollegiaten auch außerhalb der Sakristei zu tun hat – einen Kaffee trinken geht, ein Eis isst –, merkt man eben, dass da dieser Gemeinschaftsgeist ist und dass man super freundlich aufgenommen wird. Es war eine total schöne Erfahrung, in dieser Gemeinschaft willkommen geheißen zu werden.“

Möglichkeit, den Glauben noch einmal ganz anders zu leben

Weiterempfehlen will Clara Offermann den Freiwilligendienst, der direkt über die Deutsche Bischofskonferenz organisiert wird, in jedem Fall. Die Erfahrung, den Glauben in der Anima in Rom noch einmal ganz anders zu leben, sich zu engagieren und in der Gemeinschaft aufzugehen, sei einzigartig.

„Ich würde sagen, der Freiwilligendienst ist auf jeden Fall gut für Leute, die nochmal Lust auf eine Glaubenserfahrung der anderen Art haben und in der Lage sind, auch mit Neugier auf so ein neues Umfeld zuzugehen und mit Neugier und mit Offenheit den Menschen hier zu begegnen.“

Die Zeit danach

Nach ihrer Zeit in der Anima möchte Clara ab dem Wintersemester Psychologie studieren, wahrscheinlich in München. Sie freue sich schon wieder darauf, etwas Neues anzufangen und akademisch aktiv zu werden, nachdem sie das letzte Mal „vor über einem Jahr ein Schulgebäude von innen gesehen" hat.

(vatican news - cf)

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08. April 2026, 11:29