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Die Salesianerinnen Don Boscos verteilen Essen an die Kinder in Venilale Die Salesianerinnen Don Boscos verteilen Essen an die Kinder in Venilale  #SistersProject

Salesianerinnen in Osttimor: Hoffnung durch Bildung

In den Dörfern rund um Venilale, im Herzen Südostasiens, bekämpfen die Salesianerinnen die Unterernährung. Dabei setzen sie bei der Erziehung der Kinder an, um sie zu ermutigen, eine bessere Zukunft aufzubauen.

Von Sr. Elisa Molinari FMA

In der von den Mariahilfschwestern geleiteten Krankenstation „Maria Auxiliadora“ in Venilale (Osttimor oder Demokratische Republik Timor-Leste) sind vor allem Mütter anzutreffen. Mütter mit Kindern, die nach dem Abstillen an Gewicht verlieren und Anzeichen einer ungesunden Ernährung zeigen. „Es handelt sich nicht um massive Unterernährung, und sie ist weniger auf einen Mangel an Nahrung zurückzuführen als vielmehr auf die weit verbreitete Mentalität, dass man sich nach dem Stillen nicht um die Entwöhnung kümmert, oder darauf, dass in den Dörfern nach wie vor einige falsche Vorstellungen über Lebensmittel und deren Kombinationen bestehen“, erklärt Sr. Alma Castagna FMA, italienische Missionarin und Ärztin.

Venilale ist eine Stadt mit etwa 16.000 Einwohnern. Sie liegt 150 km östlich von Dili, der Hauptstadt von Timor-Leste, einem kleinen Inselstaat in Südostasien, der nach jahrzehntelangen Konflikten 1999 seine Unabhängigkeit von Indonesien erlangte. Das war für die lokalen Gemeinschaften mit hohen Einbußen und schwerwiegenden Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung des ländlichen Raums verbunden.

Fokus auf Ernährung

Die Mariahilfschwestern (FMA), auch bekannt als Salesianerinnen Don Boscos, sind seit 1988 in Timor tätig. Sie wurden gerufen, um ein Waisenhaus für Mädchen zu leiten. Diese waren aus den Wäldern geholt worden, in die sich ein Großteil der Bevölkerung geflüchtet hatte, um sich in Sicherheit zu bringen. Die Schwestern kamen während der indonesischen Besatzung und erlebten das Referendum, den Krieg und die Unabhängigkeitserklärung des Landes im Jahr 2002 mit. Seitdem engagieren sich die Schwestern für den Wiederaufbau durch Bildung, entsprechend ihrem Charisma. Im Jahr 1990 beschloss Sr. Paola Battagliola, eine der Pionierinnen unter den Missionarinnen, in Zusammenarbeit mit den Krankenpflegern des staatlichen Zentrums eine medizinische Ambulanz zu eröffnen, die heute eine Anlaufstelle für die Bevölkerung der Region ist.

Nachdem man den Bildungsbedarf im Bereich der Ernährung erkannt hatte, beschloss man zunächst, bei den medizinischen Besuchen in den Dörfern bei den Müttern anzusetzen, ihnen die Grundsätze einer gesunden Ernährung zu vermitteln und gemeinsam einige Gerichte zuzubereiten. Die Initiative erwies sich jedoch als ein „Schlag ins Wasser“, da es schwierig war, die tief verwurzelte Mentalität der einheimischen Bevölkerung zu ändern.

Man beschloss daher, bei den Kindern in einer Lebensphase, die noch frei von Prägungen ist, anzusetzen und sie mit einem Ernährungsprogramm, ausgehend von allen Schulen (vom Kindergarten bis zur Oberstufe) in der Umgebung von Venilale bis hin zu den entlegensten Dörfern zu erreichen.

Im Jahr 2023 startete das Projekt mit Unterstützung der Organisation „Catholic Mission" von der Krankenstation „Maria Auxiliadora“ in Venilale aus, koordiniert von Sr. Carolina Maria Correja FMA und unterstützt von einem Team von etwa zwanzig Personen, bestehend aus Krankenschwestern, Schülerinnen der Berufsschule, Lehrkräften und Müttern. Nach einer ersten Schulungsphase besuchten sie die Schulen: Sie wogen die Jungen und Mädchen, maßen ihre Größe und trugen alle Daten in Tabellen ein, wobei sie diese mit den altersbezogenen Parametern verglichen.

Das erste Team, dass am Projekt mitgearbeitet hat
Das erste Team, dass am Projekt mitgearbeitet hat

Die Vorgehensweise war engmaschig: Die ländliche Umgebung von Venilale ist sehr weitläufig, es wurden 27 Schulen besucht. In den am weitesten vom Zentrum entfernten Dörfern fanden sich häufiger untergewichtige Kinder. Dank der Zusammenarbeit mit „Catholic Mission“, welche alle Schulen mit Waagen versorgt hat und verschiedene Spesen übernahm, konnten die Lehrkräfte regelmäßig das Gewicht der Kinder in Tabellen eintragen. Denen, die als untergewichtig aufgeführt waren, wurde zusätzliches Essen serviert (Milch und Bohnen).

Nach dieser ersten Screenings-Phase wurde die Fortbildung angegangen. Die Teammitglieder wurden jeweils zu zweit in die Schulen geschickt, zunächst für allgemeine Anleitungen für persönliche Hygiene und korrekten Lebensstil, danach eingehender zum Thema Ernährung, bis hin zu praktischem Kochunterricht mit lokalen Produkten, besonders Obst und Gemüse.

Einige Schülerinnen schauen bei der Essenszubereitung zu
Einige Schülerinnen schauen bei der Essenszubereitung zu

Die Absicht der Salesianerinnen, die zusammen mit Laien Jugendliche auf dem Weg zu einem ganzheitlichen Wachstum begleiten und am Empowerment der Frauen mitwirken, nach dem Erziehungsstils Don Boscos und von Mutter Mazzarello, ist ein Mentalitätswandel: Es geht um eine Basisarbeit, damit die Kinder sich aus veralteten Konventionen lösen können, die ihre harmonische Entwicklung bremsen.

„Man kann einen Samen, einen neuen Gedanken erkennen“, sagen die Don Bosco Schwestern, und erzählen die Geschichte von einem Kind, dass versucht hat, seiner Familie den korrekten Umgang mit den Speisen zu erklären. Als der Großvater protestierte, hat es mutig gesagt: „Mir haben sie es aber so beigebracht“.

So werden also die Kinder zu »Lehrern der Erwachsenen«. Genau das hat Papst Franziskus gerade in Timor-Lese gesagt, als er während seiner Apostolischen Reise im September 2024 die Schule für Behinderte Kinder der Kongregation Irmãs Alma in Dili besuchte: „Ich möchte euch danken für das, was ihr tut; und ich möchte auch den Kindern danken, den Mädchen und Jungen, die uns das Zeugnis geben, sich umsorgen zu lassen. Denn sie lehren uns, wie wir uns von Gott umsorgen lassen müssen.“

#sistersproject

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03. April 2026, 09:23