D: Bistümer steigern Frauenanteil in Leitungspositionen
Mittlerweile sind laut der Umfrage mehr als ein Drittel Frauen in Führungspositionen vertreten. 21 Bistümer schickten verwertbare Zahlen für die Studie. Konkret sind demnach in 16 Diözesen 30 Prozent der Frauen in leitenten Funktionen. In manchen Bistümern lag der Anteil jedoch unter 30 Prozent.
Im November 2018 hatten sich die katholischen Bischöfe auf Steigerung der Frauenquote in höheren Führungspositionen, die Laien offenstehen, geeinigt. Innerhalb von fünf Jahren sollten diese „auf ein Drittel und mehr“ gesteigert werden. Der damalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, beschrieb es folgendermaßen: „Wir wären als Kirche verrückt, wenn wir auf die Begabung von Frauen verzichten würden“. In Kooperation mit dem Bonner Hildegardis-Verein wurden Mentoring Programme eingeführt, wodurch seit 2016 insgesamt 260 weibliche Nachwuchskräfte davon profitiert haben.
Langsamer Anstieg seit 2013
Die jüngste Erhebung der deutschen Bischofskonferenz, die am 7. März 2025 veröffentlicht wurde, zeigte, dass mit 32,5 Prozent fast ein Drittel Frauen auf der mittleren und oberen Leitungsebene tätig waren. Damals lag der Frauenanteil auf der mittleren Leitungsebene bei 34,5 Prozent und auf der oberen Leitungsebene bei 28 Prozent. Die (Erz-)Diözesen haben demnach die Steigerung des Frauenanteils in diözesanen Führungspositionen der Generalvikariate und Ordinariate durch gezielte Maßnahmen wie Mentoring-Programme, flexible Arbeitszeitmodelle und eine verstärkte Sensibilisierung für Diversität befördert.
Bis 2023 wurde ein Frauenanteil in den oberen Leitungsebenen von 28 Prozent erreicht. Diese Ebene entspricht der Ebene unter dem Ortbischof und seinem Stellvertreter, dem Generalvikar. Auf der mittleren Leitungsebene, in Abteilungen und Referaten, betrug der Frauenanteil bereits 34 Prozent. Im Jahr 2013 waren es 13 Prozent in oberen Leitungsämtern ohne Ordinariat und 19 Prozent in der mittleren Ebene.
Zukunftsmöglichkeiten
Es gibt verschiedene Bistümer, die bereits Möglichkeiten für die Zukunft zeigen. So hat das Bistum Würzburg beispielsweise zwischen 2021 und 2026 den Frauenanteil auf 47.5 Prozent verdoppelt. Dicht dahinter folgt das Bistum Erfurt mit 47,4 Prozent. Im Vergleich dazu fällt im Bistum Eichstätt der Frauenanteil mit 26 sehr niedrig aus. Dort sind lediglich 16 von 61 Leitungspositionen von Frauen besetzt, in der gesamten Belegschaft gibt es einen Frauenanteil von 66 Prozent. Dies macht deutlich, dass Frauen besonders in Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert sind.
Das Erzbistum München-Freising hat im Jahr 2020 die Stelle des Generalvikars geteilt und die Position einer Amtschefin erschaffen. Ohne ein Weiheamt können Frauen somit hohe Posten in der Verwaltung übernehmen. Das Weiheamt ist in der katholischen Kirche ausschließlich Männer vorbehalten. Die Münchener Amtschefin, Stephanie Herrmann, betont, dass die Kirche bei der Besetzung von Führungspositionen mit gutem Beispiel vorangehe müsse. Es sei ein wichtiges Signal, dass Frauen auch die Hauptabteilung Seelsorge in einem Bistum leiten oder in Kirchengemeinden administrative Leitungsfunktionen neben dem Pfarrer übernehmen.
(epd/dbk– nm/sst)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.