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D: Neue ethische Leitlinien für die Begleitung am Lebensende

Die Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz hat am Montag eine neue ethische Orientierungshilfe zur Ausgestaltung von „Advance Care Planning“ veröffentlicht. Das Dokument richtet sich an Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens in kirchlicher Trägerschaft und soll Unterstützung für Betroffene, Angehörige sowie Fachkräfte bieten.

Hintergrund ist die weitverbreitete Sorge vieler Menschen, in der letzten Lebensphase die Kontrolle über die eigene Behandlung zu verlieren und in einem komplexen System aus medizinischen und pflegerischen Maßnahmen nicht mehr als individuelle Person wahrgenommen zu werden.

Unter dem Begriff „Advance Care Planning“ wird ein strukturierter Gesprächsprozess verstanden, in dem Menschen durch geschultes Personal dabei unterstützt werden, ihre Vorstellungen für künftige Krankheitsphasen zu entwickeln. Im Gegensatz zur klassischen Patientenverfügung liegt der Schwerpunkt hier auf der prozesshaften Begleitung. Es soll geklärt werden, wie die medizinische, pflegerische, aber auch seelsorgerliche Betreuung gestaltet werden soll, falls die betroffene Person selbst nicht mehr einwilligungsfähig ist.

Bedeutung der praktischen Umsetzung

Bischof Franz-Josef Overbeck, der Vorsitzende der Glaubenskommission, betont im Vorwort der Publikation die Bedeutung der praktischen Umsetzung. Es dürfe nicht das Ziel sein, möglichst schnell ein ausgefülltes Formular zu erhalten. Vielmehr müsse der gesamte Mensch mit seinen Bedürfnissen, Nöten und seinem Glauben im Blick behalten werden. Die Orientierungshilfe unterstreicht, dass eine ethische Grundorientierung, die sich der Menschenwürde und dem Schutz des Lebens verpflichtet fühlt, für diesen Prozess in kirchlichen Häusern unverzichtbar ist.

Die neue Handreichung ergänzt das bereits seit Jahren bestehende Angebot der christlichen Patientenvorsorge. Sie wurde unter Einbeziehung zahlreicher Fachleute aus Wissenschaft und Praxis erarbeitet und vom Ständigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz verabschiedet. Die Bischöfe sehen in der qualifizierten Begleitung eine notwendige Antwort auf die ökonomischen und technischen Herausforderungen der modernen Medizin, um den persönlichen Belangen der Patienten Raum zu geben.

(pm/dbk - mg)

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04. Mai 2026, 13:00