Amokfahrt in Leipzig: Im Gebet bei den Betroffenen
Zeitweise war die Opferzahl unklar. Medienberichten zufolge gebe es neben den Todesopfern allerdings weitere Schwerverletzte.
Er stehe mit den Seelsorgerinnen und Seelsorgern vor Ort in Leipzig in Kontakt, so der Bischof von Dresden-Meißen, zu dessen Diözese Leipzig gehört. „In diesen schweren Stunden bin ich in Gedanken und im Gebet bei den Toten, den Verletzten und allen, die dieses Geschehen miterleben mussten“, erklärte Timmerevers auf der Bistumswebseite und über die sozialen Medien:
„Den Angehörigen und Freunden der Opfer wünsche ich Trost und Beistand. Allen Einsatzkräften sowie den Helferinnen und Helfern in den Kliniken danke ich für ihren Dienst und bitte für sie um Kraft.“
Abschließend versicherte der Bischof die Betroffenen seines Gebets:
„Ich bete: Gott sei Du allen nahe, die trauern, bangen und helfen.“
Leipziger Christen laden zum Gedenkgottesdienst
Die Leipziger Christen lüden dazu ein, in einem ökumenischen Gedenkgottesdienst am Dienstag, 5. Mai, um 17 Uhr in der evangelischen Nikolaikirche Trauer und Mitgefühl zu teilen und in Gedanken bei allen Geschädigten zu sein, teilte das Bistum weiter mit.
Superintendent Sebastian Feydt und Propst Ralph Kochinka würden in Anwesenheit von Oberbürgermeister Burkard Jung die Andacht leiten.
Entsetzen in der Politik
Nachdem der Tathergang und die Opferzahl zunächst unklar waren, sprechen Behördenvertreter mittlerweile von einer „Amokfahrt“, der mindestens zwei Menschen zum Opfer gefallen sind. Auf Bildern sieht man das zerstörte Fahrzeug des mutmaßlichen Amokfahrers, der sich nach einer widerstandslosen Verhaftung mittlerweile in Polizeigewahrsam befindet. Es handele sich um einen 33-jährigen deutschen Staatsbürger, von weiteren Tatbeteiligten sei nicht auszugehen, so die Ermittler.
Oberbürgermeister Burkhard Jung hatte am Abend bei einer kurzen Pressekonferenz über die vorläufigen Erkenntnisse informiert. Drei Menschen seien schwer verletzt worden. Zudem gebe „viele weitere“ Verletzte. Der Vorfall hatte sich in der Fußgängerzone in der Innenstadt ereignet. Das Auto sei mit hoher Geschwindigkeit durch die Grimmaische Straße in der Nähe der Universität sowie der Leipziger Nikolaikirche gefahren, so Medienberichte unter Berufung auf Augenzeugen.
Ministerpräsident Michael Kretschmer zeigte sich in einer ersten Stellungnahme betroffen: „Das erschüttert mich zutiefst. Ich bin in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien. Den Verletzten wünsche ich Kraft und schnelle Genesung. So eine Tat macht uns sprachlos - und sie macht uns entschlossen“, so der Politiker, der eine rasche und vollständige Aufklärung des Vorfalls versprach: „Der Rechtsstaat wird mit aller Konsequenz handeln.“ Jetzt werde es darum gehen, füreinander da zu sein.
Leipzigs Oberbürgermeister Jung war eigener Aussage nach fassungslos. Es fehlten ihm „die richtigen Worte“ zu dem Geschehen. Ausdrücklich dankten sowohl der Oberbürgermeister als auch Innenminister Schuster denjenigen, die vor Ort schnell und umsichtig geholfen hätten.
Nach Polizeiangaben wurde im Leipziger Gewandhaus eine Betreuungsstelle eingerichtet. Sie stehe für Betroffene ebenso wie für Zeugen zur Verfügung. Die Leipziger Nikolaikirche, die sich in unmittelbarer Nähe zum Tatort befindet, war für Gebete und Gespräche geöffnet.
(pm/mdr/vatican news - cs)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.