Erdbeben im Friaul vor 50 Jahren: Papst gedenkt Opfern
Anlässlich des 50. Jahrestages des Erdbebens in Friaul sandte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin ein Telegramm im Namen des Papstes. Darin versichert Leo XIV. sein Gedenken und seine Gebete für die vielen Opfer der Naturkatastrophe, die sich am 6. Mai 1976 in der Region ereignete.
Beispielhaftes Modell ziviler Erneuerung
Der Papst gedenke der Familien, die bis heute unter dem Verlust ihrer Angehörigen leiden, und danke zudem „allen Helfern aus verschiedenen Ländern, die die unermüdliche Arbeit der lokalen Gemeinschaften unterstützten und so einen raschen Wiederaufbau ermöglichten“. Dies sei „ein beispielhaftes Modell ziviler Erneuerung“, lobte Leo XIV., der die „menschliche und christliche Solidarität der italienischen und ausländischen Gemeinschaften“ würdigte, die auf die Katastrophe reagierten. Der Papst hoffe, „dass die Erinnerung an dieses tragische Ereignis zu einem erneuten Engagement für die Werte der Brüderlichkeit und Nächstenliebe anspornen wird“.
Gedenken an Erdbeben vor 50 Jahren
Mit kirchlichen und staatlichen Gedenkfeiern erinnert die norditalienische Region Friaul-Julisch Venetien am Mittwoch (6. Mai) an das verheerende Erdbeben vor 50 Jahren. Bei der Katastrophe im Jahr 1976 kamen rund 1.000 Menschen ums Leben, Zehntausende wurden obdachlos. Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella wird anlässlich des Jahrestags an einer außerordentlichen Sitzung des Regionalrats in Gemona del Friuli teilnehmen, wie die APA am Sonntag berichtete. Dabei wird der Opfer der ersten schweren Erdstöße gedacht, die die Region erschüttert haben.
Auch die Kirche stellt das Gedenken in den Mittelpunkt. Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Matteo Zuppi, verwies bei einer Pressekonferenz am Sonntag in Gemona gemeinsam mit Erzbischof Riccardo Lamba auf die außergewöhnliche Solidarität nach der Katastrophe. Friaul habe gezeigt, „dass die wahre Stärke darin liegt, sich zusammenzuschließen und wieder aufzubauen", so Zuppi.
Rolle von Kirche und Zivilgesellschaft beim Wiederaufbau
Neben offiziellen Gedenkakten sind bis September zahlreiche Veranstaltungen geplant, bei denen Zeitzeugen zu Wort kommen und die Rolle von Kirche und Zivilgesellschaft beim Wiederaufbau beleuchtet wird. Das Erdbeben hatte am 6. Mai 1976 um 20.59 Uhr die Region erschüttert und schwere Zerstörungen verursacht. Auch das benachbarte Kärnten war betroffen.
Ein weiteres schweres Beben im September desselben Jahres - vier Monate nach dem ersten Beben - verschärfte die Lage dramatisch und ließ die Zahl der Obdachlosen weiter steigen. Eine breite Welle der Hilfsbereitschaft - auch aus Österreich - prägte die Monate danach und gilt bis heute als prägendes Beispiel grenzüberschreitender Solidarität.
(vatican news / kap – pr)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.
