Papst: In Gottes Haus ist Platz für alle
Beim Mittagsgebet ging der Papst in seiner Katechese an diesem Sonntag auf Jesu Worte beim Letzten Abendmahl ein, als er seine Jünger in das Geheimnis seiner Auferstehung einbezog: „Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin“ (Joh 14,3).
Platz für alle
Jesus habe sich gegenüber seinen Jüngern als „Diener“ beschrieben, der den Platz im „Haus seines Vaters und unseres Vaters“, vorbereite, so der Papst. In diesem Haus sei „Platz für alle“ und „jeden“ und dort gebe es keine Privilegien oder Privilegierten, betonte er:
„In der alten Welt, in der wir weiterhin unterwegs sind, ziehen exklusive Orte die Aufmerksamkeit auf sich, Erlebnisse, die nur einigen wenigen offenstehen, privilegierter Zutritt zu Orten, die niemand sonst betreten darf. In der neuen Welt hingegen, in die uns der Auferstandene führt, ist das, was am meisten zählt, für alle zugänglich.“
Dankbarkeit statt Konkurrenz
Anziehungskraft büße dieser Ort durch seine Zugänglichkeit nicht ein, merkte der Papst an. Im Gegenteil: was allen offenstehe, schenke Freude und bedeute Wohltat für jeden.
„Dankbarkeit tritt an die Stelle von Konkurrenz; Annahme löst Ausgrenzung ab; Überfluss geht nicht mehr mit Ungleichheit einher. Vor allem wird niemand mit jemand anderem verwechselt, keiner ist verloren. Mit dem Tod drohen der Name und die Erinnerung zu verschwinden, doch in Gott ist jeder endlich er selbst. In Wahrheit ist dies der Ort, den wir unser ganzes Leben lang suchen, wobei wir manchmal zu allem bereit sind, nur um ein wenig Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen.“
[ Das ist das neue Gebot, dass wir so schon jetzt den Himmel auf Erden leben und allen offenbaren, dass Geschwisterlichkeit und Frieden unsere Bestimmung sind. ]
Was wirklich zählt
Der Glaube befreie uns „von dem rastlosen Streben nach Besitz und Erfolg, von diesem Irrglauben, man müsse nach einer angesehenen Position streben, um etwas zu gelten“, betonte der Papst weiter – denn jeder habe in Gottes Geheimnis „bereits unendlichen Wert“.
„Indem wir einander so lieben, wie Jesus uns geliebt hat, schenken wir uns gegenseitig dieses Bewusstsein. Das ist das neue Gebot, dass wir so schon jetzt den Himmel auf Erden leben und allen offenbaren, dass Geschwisterlichkeit und Frieden unsere Bestimmung sind. Denn in der Liebe entdeckt jeder inmitten einer Vielzahl von Schwestern und Brüdern, dass er einzigartig ist.“
(vatican news – pr)
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