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Ein ökumenischer Gottesdienst 2025 in Berlin Ein ökumenischer Gottesdienst 2025 in Berlin  (ANSA)

D: „Höflichkeitsökumene ohne Heiligtum“

Der ökumenische Dialog hat für den evangelischen Theologen Reinhard Thöle zwar viel Papier produziert – verfehlt aber den Kern: das gemeinsame Feiern von Gottesdiensten.

Bei den ökumenischen Dialogen gingen sich die Kirchen auf dem Gebiet, das ihnen heilig sei, einvernehmlich aus dem Weg, schreibt der emeritierte Ostkirchenkundler der Universität Halle-Wittenberg in einem Beitrag für „Publik Forum“. So könne Kircheneinheit nicht gelingen. Thöle spricht von einer „Höflichkeitsökumene“ und einer „Ökumene ohne Heiligtum“: „Trotz vieler Dialogtexte und gut gemeinter Absichtserklärungen sind sich die Kirchen in ihren gottesdienstlichen Herzen fremd geblieben“.

„Die Mühen von moderierten Kundgebungen“

Eine gemeinsam erarbeitete und formulierte, „vielleicht sogar angenommene“ Theologie des ökumenischen Gottesdienstes sei nicht erfolgt. Ökumenische Gottesdienste atmeten „die Mühen von moderierten Kundgebungen“. Die verschiedenen gottesdienstlichen Traditionen stehen nach Ansicht des Theologen unverbunden nebeneinander.


 

Thöle bedauert, dass die Potenziale gemeinsamen Feierns nicht für die Ökumene erschlossen werden. Die Einheit der Kirche könne nicht theologisch, historisch oder liturgisch „gemacht“ oder „konstruiert“ werden, sie sei aber etwas, „was in der Gottesbegegnung des Gebets und im Gottesdienst empfangen werden kann“.

(katholisch.de – sk)
 

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01. Mai 2026, 10:49