Universitätsspital in Zürich Universitätsspital in Zürich  (AFP or licensors)

Schweiz: Kirchen bündeln Kräfte in der Gesundheits-Seelsorge

Die Schweizer Bischofskonferenz hat ihren Jahresbericht 2025 veröffentlicht und blickt dabei unter anderem auf die Koordinationsstelle Seelsorge im Gesundheitswesen (KSiG), die im letzten Jahr ihre Arbeit aufgenommen hat. Die Grundlage dafür war ein Kooperationsvertrag, den die Bischofskonferenz, die Römisch-Katholische Zentralkonferenz (RKZ) und die Evangelisch-reformierte Kirche der Schweiz im Dezember 2024 unterzeichnet haben.

Das neu geschaffene Kompetenzzentrum für Seelsorge im Gesundheitswesen hat im aktuellen Berichtsjahr laut dem Jahresbericht zentrale Weichen für die Zukunft gestellt. Ziel der Initiative ist es, die seelsorgliche und spirituelle Begleitung als festen und unverzichtbaren Bestandteil des Schweizer Gesundheitssystems zu verankern. Dabei geht es vor allem darum, über Kantons- und Konfessionsgrenzen hinweg die Lebensqualität und das Wohlbefinden von Patienten in den Fokus gesundheitspolitischer Prozesse zu rücken, heißt es in der Medienmitteilung.

Die strukturelle Basis des Zentrums bildet eine dreigliedrige Organisation: Eine nationale Seelsorgekonferenz, ein Steuerungsausschuss und eine Geschäftsleitung bilden das Gerüst. Der bereits seit Frühjahr 2025 tätige Steuerungsausschuss setzt sich aus Vertretern der Trägerorganisationen sowie Fachleuten aus der Gesundheitsseelsorge zusammen. Einen wesentlichen operativen Fortschritt markierte im September 2025 die Ernennung von Claudia Kohli Reichenbach zur Geschäftsführerin, die das Zentrum von Bern aus leitet.

Inhaltliche Phase

Nach den organisatorischen Vorbereitungen im Jahr 2025 startete die Institution zu Beginn des Jahres 2026 in die inhaltliche Phase. Am 19. Januar 2026 kamen in Bern rund 80 Fachleute aus Kirchen, Religionsgemeinschaften und Berufsverbänden zur ersten nationalen Konferenz zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie eine professionelle Seelsorge innerhalb einer ganzheitlichen medizinischen Versorgung langfristig sichergestellt werden kann.

Erstmals übernehmen die Kirchen in der Schweiz damit gemeinsam Verantwortung für ein gesellschaftlich relevantes Handlungsfeld. Die Begleitung und Orientierung von Menschen in Krankheitsphasen, Krisen oder am Lebensende soll dabei unabhängig von einer konkreten religiösen Zugehörigkeit gewährleistet werden. Damit positioniert sich das Kompetenzzentrum als Schnittstelle zwischen spiritueller Begleitung und dem staatlichen Gesundheitswesen.

Die nächste nationale Konferenz des Kompetenzzentrums Seelsorge im Gesundheitswesen findet am Freitag, 30. Oktober 2026, in Luzern statt. 

(pm - nm)

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07. Mai 2026, 10:42