Adveniat-Bilanz 2025: Verlässlich bei den Menschen in Lateinamerika
Im Geschäftsjahr 2025 seien mehr als 800 Projekte mit 30,6 Millionen Euro gefördert worden. „Und das in Zeiten, in denen der entwicklungspolitische Kahlschlag und die geopolitischen Entscheidungen des amtierenden US-Präsidenten ganz besonders für die Menschen in Lateinamerika und der Karibik existentielle Folgen haben“, so Bischof Overbeck. „Denn im Globalen Süden steigt die Zahl der Hungernden infolge der Kriege und Krisen massiv an.“
Hilfe für Frauen in Not
Besonders berührt zeigte sich Overbeck von dem Projekt Talitha Qum im kolumbianischen Cartagena, das auch bei Papst Franziskus auf dem Besuchsprogramm stand. Ordensschwestern ermöglichen hier Mädchen und jungen Frauen eine gute Zukunft, die vergewaltigt und missbraucht wurden und als junge Mütter ein schwieriges Leben führen.
Erfreut zeigte sich Adveniat-Bischof Overbeck, dass dieses wichtige Thema im Mittelpunkt der diesjährigen bundesweiten Adveniat-Weihnachtsaktion steht, die am 1. Adventssonntag im Erzbistum München und Freising unter dem Motto: „Mut-Macherin. Frauen stärken. Hoffnung schenken.“ eröffnet wird. „Denn Frauen erleiden allein aufgrund ihres Frauseins Ausgrenzung, massive Gewalt bis hin zu Ermordungen“, erläuterte Overbeck die weltweit dramatische Wirklichkeit für Frauen. „In den nach wie vor vom Machismo, also dem männlichen Dominanzgehabe, geprägten Gesellschaften Lateinamerikas sind sogenannte Femizide – Morde an Frauen aufgrund ihres Geschlechts – grausamer Alltag. Die UN-Wirtschaftsorganisation für Lateinamerika und die Karibik hat mehr als 19.000 Femizide in den vergangenen fünf Jahren gezählt, das sind gut elf pro Tag“, so der Adveniat-Bischof.
Adveniat-Geschäftsführerin Tanja Himer erläuterte angesichts dieser Dramatik, wie Adveniat mit den Partnerinnen vor Ort ein Netzwerk der Solidarität für Frauenrechte knüpft und das Bewusstsein schärft. In Frauenhäusern finden Mütter mit ihren Kindern Schutz, in psychologischen Beratungsstellen können Frauen ihre Gewalt- und Leidensgeschichten aufarbeiten, Ausbildungs- und Berufsvorbereitungskurse ermöglichen es Frauen, ihr eigenes Geld zu verdienen.
Dank Spenden Hoffnungsinseln schaffen...
Im Geschäftsjahr 2025, das vom 1. Oktober 2024 bis zum 30. September 2025 reicht, seien die Spendeneinnahmen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 3 Millionen Euro auf insgesamt 34 Millionen Euro zurückgegangen, lägen aber in etwa auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2023. Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Martin Maier nannte es den Auftrag Adveniats, mit diesen Spenden Hoffnungsinseln zu schaffen. Denn es seien gerade die armen Menschen, die unter den Folgen geopolitischer Entscheidungen, unter dem globalen Handeln aber auch Nichthandeln leiden.
Hintergrund
Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Getragen wird diese Arbeit von vielen Spenderinnen und Spendern – vor allem auch in der alljährlichen Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten mehr als 800 Projekte mit 30,6 Millionen Euro gefördert werden, die genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Menschen vor Ort.
(adveniat- skr)
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