D: Erfurter Bischof befremdet über katholische Trump- und AfD-Wähler
Der Bischof äußerte sich bei der Männerwallfahrt des Bistums Erfurt zur Wallfahrtskirche Klüschen Hagis im katholisch geprägten Eichsfeld. „Ich will nicht auf einen starken Mann oder eine starke Frau vertrauen müssen, die alles richten soll. Die Welt wird zurzeit von starken Männern regiert, die nur ihre Interessen sehen", so Neymeyr. Laut Manuskript sagte er, er vertraue er nicht auf eine Ideologie, weder von links noch von rechts.
Es befremde ihn, dass so viele US-Katholiken Donald Trump gewählt haben oder dass die Leitung der russisch-orthodoxen Kirche Wladimir Putin unterstützt. Die AfD hat bei den Bundestagswahlen 2025 in Thüringen 38, 7 Prozent der Stimmen erhalten. Dazu sagte er: „Ich kann nicht verstehen, dass mehr als 30 Prozent der Eichsfelder 2024 eine Partei gewählt haben, die ein völkisch-nationalistisches Weltbild verkauft, ohne noch groß zu verstecken, aus welcher Geschichte es kommt; und die den Menschen einredet: Alles ist schlecht."
Christen sind in Thüringen eine Minderheit. Eine Ausnahme bildet das Eichsfeld mit knapp 65 Prozent katholischen Einwohnern.
Probleme sind lösbar
Der Bischof mahnt: „Wir dürfen uns nicht einreden lassen, alles sei schlecht. Das ist Undankbarkeit." Die Menschen leben in nie gekanntem Wohlstand. Natürlich gebe es Probleme, etwa mit Blick auf vernachlässigte Infrastruktur im ländlichen Räumen, den Umgang mit straffällig gewordenen Migranten oder hohem Unterrichtsausfall. „Aber diese Probleme sind lösbar. Wir klagen auf hohem Niveau."
Neymeyr hob hervor: „Gott ist für mich die Quelle meiner Hoffnung - so wie es im Leitwort der diesjährigen Männerwallfahrt heißt: In der Hoffnung leben, auch wenn die Welt wankt." Gott traue er zu, die Dinge zum Guten zu führen, nicht nur im persönlichen Leben, sondern auch in der Welt.
An der Männerwallfahrt des Bistums Erfurts, die seit 1957 immer an Christi Himmelfahrt im Klüschen Hagis stattfindet, nehmen alljährlich mehrere tausend Menschen teil.
(kna – nm)
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