Kenia: Die Sisters of Mercy verbessern Lebensbedingungen in Lokori
Von Sr. Michelle Njeri OSF
Im Mittelpunkt dieser Mission steht Sr. Selina Mbuli, deren Arbeit in Lokori zu einer unverzichtbaren Stütze für benachteiligte Gruppen geworden ist, darunter Menschen mit HIV, Nomadenfamilien, schutzbedürftige Kinder und ältere Menschen, die sich um andere kümmern müssen.
Integrierte Versorgung bei schwindenden Ressourcen
Im Gesundheitszentrum der „Sisters of Mercy" in Lokori hatten Patienten einst Zugang zu einer umfassenden Versorgung, einschließlich mobiler Gesundheitsinitiativen, die Nomadenfamilien versorgten, die auf der Suche nach Weideland und Wasser umherzogen. Heute steht dieses System aufgrund von Mittelkürzungen nach dem Rückzug internationaler Geldgeber unter Druck, was sich erheblich auf die Hilfeleistungen ausgewirkt hat.
„Wir hatten ein starkes Team von Gesundheitsfachkräften rekrutiert und betreut und sie in unseren Werten geschult. Viele verlassen uns nun aufgrund gekürzter Gehälter und auf der Suche nach besseren Bedingungen. Trotz dieser Herausforderungen unterstützt meine Kongregation weiterhin die Bereitstellung integrierter Dienstleistungen für HIV-Patienten", sagt Sr. Mbuli.
Ein Wettlauf gegen die Zeit im Kampf gegen HIV
Jedes Jahr begeht das Lokori Health Centre den Welt-Aids-Tag, indem es Medikamente, Nahrungsmittelhilfe und Gesundheitsaufklärung anbietet. Da nur noch wenige Jahre verbleiben, um das globale Ziel für 2030 zu erreichen, HIV als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit zu beenden, reflektiert Sr. Mbuli: „Wir befinden uns immer noch in einem Wettlauf gegen die Zeit. HIV ist hier Realität. Um Stigmatisierung und Herausforderungen bei der Therapietreue anzugehen, haben wir Unterstützungssysteme durch Beratung, therapeutische Aktivitäten und angepasste Modelle eingeführt, die von den Anonymen Alkoholikern inspiriert sind."
Stärkung der Gemeinschaften durch Existenzgrundlagen
Über die Gesundheitsversorgung hinaus haben die Schwestern einkommensschaffende Aktivitäten ins Leben gerufen, um Armut, Hunger und Abhängigkeit zu bekämpfen. „Wir haben Spar- und Kreditgemeinschaften (SILC-Groups) mit über 290 Mitgliedern in zehn sogenannten Tischbanking-Gruppen. Wir vermitteln den Mitgliedern grundlegende Finanzkenntnisse, unternehmerische Fähigkeiten und Zugang zu Kleinkrediten. Zudem betreiben wir die Lokori Fresh Bakery, eine Initiative, die Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung schafft. Wir möchten, dass die Menschen Verantwortung für ihre eigene Entwicklung übernehmen und ihre Würde zurückgewinnen."
Von der Wüste zum Grünland: die Lokori Green Initiative
Inspiriert von der Enzyklika Laudato Si’ und verwurzelt in der Sorge um Mensch und Umwelt haben die Schwestern die Lokori Green Initiative ins Leben gerufen. „Mit dieser Initiative fördern wir sowohl ökologische Verantwortung als auch persönliche Heilung. Wir begannen auf felsigem, kargem Land. Gemeinsam brachten wir Erde herbei, bauten einen Öko-Bauernhof auf und pflanzten Bäume. Heute betreiben wir auch eine Imkerei mit 41 Bienenstöcken. Wir haben den Menschen Hoffnung gegeben."
Bildung und Schutz: Unterstützung für die nächste Generation
Die Schwestern engagieren sich zudem für Bildung, bekämpfen schädliche kulturelle Praktiken und stärken junge Menschen. „In Zusammenarbeit mit lokalen Führungskräften retten wir Mädchen vor Frühehen und Zwangsehen und unterstützen mit Hilfe von Stipendien ihre Ausbildung. Wir betreiben auch Hirten-Schulen, in denen Jungen – und manchmal auch Mädchen –, die tagsüber Vieh hüten, abends den Unterricht besuchen können. Durch Bildung stärken wir die Gemeinschaften", sagt Sr. Mbuli.
Sylvester Lokuto, einst ein Hirtenjunge, ist heute Koordinator der Lokori Green Initiative. „Als ich in die Hirten-Schule kam, erkannten die Schwestern mein akademisches Potenzial und unterstützten mich durch eine gute Ausbildung bis hin zur Universität. Die Sisters of Mercy haben mein Leben tiefgreifend geprägt. Ich bin zurückgekehrt, um etwas zurückzugeben und meine Gemeinschaft zu stärken", sagt er.
Auf die Frage nach seiner Motivation fügt er hinzu: „Mich treiben Leidenschaft und der Wunsch an, meine Leute zu inspirieren. Mein Traum ist es, dass die Lokori Green Initiative in all unseren Gemeinden Nachahmer findet, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und die Umwelt wiederherzustellen. Ich hoffe auch, dass wir einen Brunnen bekommen, da die Menschen hier lange Wege zurücklegen müssen, um an Wasser zu kommen."
Eine Mission der Barmherzigkeit
Trotz der Fortschritte in Lokori bleibt die Wasserknappheit eine dringende Herausforderung. „Die Frauen verbringen ganze Tage in der Sonne, stehen Schlange, um Wasser zu holen, und legen lange Wege zurück. Das setzt sie Gefahren aus und schränkt ihre Produktivität ein. Heute Morgen habe ich die Frauen gefragt, wofür sie beten, und sie sagten: für Wasser", erzählt Sr. Mbuli besorgt. „Ein einziger Brunnen in der Nähe würde das Leben von Hunderten von Familien verändern."
Für Sr. Mbuli ist diese Arbeit mehr als nur Dienst – sie ist eine Berufung. „Das Charisma der Sisters of Mercy inspiriert mich. Ich kann die Auswirkungen in Lokori sehen: Bäume wachsen, Kinder erhalten eine Ausbildung, Leben werden geheilt. Meine Vision ist eine Zukunft, in der jedes Kind eine Ausbildung erhält, HIV keine Bedrohung mehr darstellt und die Gemeinschaften in die Lage sind, sich selbst zu versorgen. Es ist möglich, etwas zu bewirken; wir müssen einfach weitermachen", schließt sie.
#sistersproject
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