D: Studiengang zum Schutz vor Missbrauch in Organisationen
Der neue Master-Studiengang reagiert auf einen wachsenden Bedarf in vielen gesellschaftlichen Bereichen, erklärte Sautermeister gegenüber Vatican News: „In den vergangenen 15 Jahren ist das Bewusstsein für sexualisierte Gewalt und in den letzten Jahren auch für Machtmissbrauch deutlich gestiegen. Organisationen, die mit Kindern, Jugendlichen oder vulnerablen Erwachsenen zu tun haben, haben eine besondere Verantwortung dafür, wirksame Schutzmaßnahmen und Maßnahmen zur Prävention zu entwickeln und umzusetzen.“
Ziel des Studiengangs ist es, Fachkräfte mit hoher Kompetenz für diesen sensiblen Bereich zu entwickeln. Am Ende der Ausbildung sollen sie dazu in der Lage sein, „die Entwicklung und Implementierung solcher Maßnahmen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch und in Organisationen fachlich zu begleiten und voranzutreiben. Das ist deshalb nötig geworden, weil es hierzu noch keine einschlägigen Studiengänge gibt.“
Von vier Hochschulen entwickelt
Entwickelt wurde der Studiengang von insgesamt vier Hochschulen. Sautermeisters Fakultät arbeitete mit der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS), der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV) sowie der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho) zusammen. Alle bringen ihre je eigene Expertise ein: „Wir wollen ein Zusammenspiel der Bereiche soziale Arbeit, Polizei, öffentliche Verwaltung, Sport und Kirche, sprich Theologie, ermöglichen, um auch hier schon eine Vernetzung und das Miteinanderlernen zu ermöglichen“, so Sautermeister.
Vereinbar mit Beruf und Familie
Die Lehrveranstaltungen verbinden wissenschaftliche Grundlagen mit Praxis. Auf dem Programm stehen unter anderem die Dynamiken sexualisierter Gewalt, Machtmissbrauch, rechtliche und ethische Fragen sowie die Entwicklung und Umsetzung von Schutzkonzepten. Hinzu kommen Inhalte zu Intervention, Stabilisierung nach Gewalterfahrungen und Spezialisierungen für verschiedene Handlungsfelder. Die Veranstaltungen finden als Studientage und Onlinekurse statt und sind so angelegt, dass sie sich mit Beruf und Familie vereinbaren lassen.
Der Studiengang ist an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn angesiedelt. Dort befindet sich auch die „Arbeits- und Forschungsstelle für Intervention, Prävention und Aufarbeitung von Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt“. Von ihr ging die Initiative für den Studiengang aus.
Dass eine katholische Fakultät die treibende Kraft hinter einer interdisziplinären Ausbildung dieser Art ist, ist für Sautermeister naheliegend: „Die katholische Kirche in Deutschland war die Organisation, die sich besonders früh und besonders intensiv mit den Skandalen um sexualisierte Gewalt in Organisationen befassen musste." Gerade das habe dazu geführt, dass „innerhalb kirchlicher Einrichtungen die Präventionsarbeit am weitesten ausgebaut ist, der größte Erfahrungsbereich besteht und von daher auch Expertise hineingespielt werden kann. Diese Expertise ergänzt sich sehr gut mit den Erfahrungen aus dem Sport sowie aus der sozialen Arbeit, der Polizei und der öffentlichen Verwaltung.“
Voraussetzungen für die Zulassung zum Studiengang sind ein einschlägiger Bachelorabschluss sowie außerhochschulisch erworbene Kompetenzen.
(vatican news – gs)
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