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Erzbischof Georg Gänswein feiert 70. Geburtstag

Erzbischof Georg Gänswein feiert am 30. Juli 2026 seinen 70. Geburtstag. Der am 30. Juli 1956 in Riedern am Wald im Schwarzwald geborene Geistliche blickt anlässlich dieses Jubiläums in einem Interview mit Radio Horeb auf maßgebliche Stationen seines Lebens, den priesterlichen Berufungsweg und seine prägende Zeit an der Seite von Papst Benedikt XVI. zurück. Heute wirkt Gänswein als Nuntius und Vertreter des Vatikans in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen mit Amtssitz in Vilnius.

Als ältestes von fünf Geschwistern verweist Gänswein auf die Werte seines Elternhauses, zu denen Glauben, Familiengefühl und Zusammenhalt gehören. Nach der ersten Entscheidung für den Priesterweg folgten die Zeit im Priesterseminar in Freiburg, Studien in Freiburg und Rom sowie die Priesterweihe. Bevor der Weg endgültig in den Klerus der Erzdiözese führte, gab es im ersten Studienjahr eine Phase der Orientierung, in der Gänswein konkret überlegte, dem Karthäuserorden beizutreten. Ein zehntägiger Aufenthalt in einer Kartause im Allgäu habe einen tiefen Eindruck hinterlassen. Auf den Rat eines Paters hin schloss er jedoch zunächst das Studium ab, woraufhin sich sein Weg in die Weltkirche entwickelte.

Zum Nachhören - was der Erzbischof sagt

Die entscheidendsten und prägendsten Jahre

Nach zwei Jahren als Kaplan in Baden, einem weiteren Studium in München und dem anschließenden Ruf nach Rom begann die Zusammenarbeit mit Kardinal Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI. Gänswein beschreibt die zwei Jahrzehnte an dessen Seite als die entscheidendsten und prägendsten Jahre seines Lebens. Insbesondere das gemeinsame Wohnen und Arbeiten unter einem Dach habe die Verbindung vertieft. Die Papstwahl im Jahr 2005 und die erste Begegnung mit dem neu gewählten Oberhaupt der Kirche in der Cappella Paolina gehörten zu den nachhaltigsten Erinnerungen jener Zeit.

Archivbild: Erzbischof Gänswein und Papst Benedik XVI.
Archivbild: Erzbischof Gänswein und Papst Benedik XVI.

In seiner heutigen Funktion als Nuntius im Baltikum sieht sich Gänswein mit der aktuellen Sicherheitslage in der Region konfrontiert. Er betont die Notwendigkeit, der spürbaren Besorgnis in den Ländern mit Hoffnung zu begegnen. Das Streben nach Frieden, das auch Papst Leo XIV. seit Beginn seines Pontifikats in den Mittelpunkt stellt, bildet dabei einen zentralen Bezugspunkt im Austausch mit Kirche, Politik und Gesellschaft vor Ort.

Hinsichtlich der Situation der katholischen Kirche in Deutschland mahnt Gänswein zu sachlicher Aufklärung über die laufenden Reformdebatten. Hoffnung für die Zukunft schöpfe er weltweit aus der Glaubensfreude in den wachsenden Kirchen Asiens und Afrikas sowie in Deutschland aus Initiativen junger Menschen, die ihren Glauben aktiv entdecken und leben wollen.

(radio horeb - mg)

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30. Juli 2026, 11:56