Suche

Kardinal Schönborn hält die Kirchenüberbaben an andere Konfessionen als erfolgreich und sinnvoll. Kardinal Schönborn hält die Kirchenüberbaben an andere Konfessionen als erfolgreich und sinnvoll.  

Österreich: Kirchenübergaben an andere Konfessionen sinnvoll

In Wien wurde unlängst die vierte Kirche an die Kopten in Wien übergeben. Die Übergabe nicht mehr benötigter katholische Kirchen an andere Konfessionen ist nach der Meinung von Kardinal Christoph Schönborn die beste Lösung. Darüber hinaus würdigt der Kardinal die koptische Kirche für ihren starken Glauben, welcher auch andere Kirchen bereichern könnte.

Mit dem Magazin „Information Christlicher Orient“ (Juli-Ausgabe) sprach Kardinal Schönborn über katholische Kirchenübergaben an andere Konfessionen. Während seiner Amtszeit als Erzbischof von Wien erfolgten in dem Zeitraum von 2003 bis 2015 drei Übergaben nicht mehr benötigter katholischer Kirchen an die Kopten in Wien. Am vergangenen 1. Juli erfolgte die jüngste Übergabe, unter dem aktuellen Erzbischof Josef Grünwidl.

Auf wirtschaftlichen Gewinn verzichten

Kardinal Schönborn wies in dem Interview darauf hin, dass in anderen Ländern Kirchen entsakralisiert und zu Bibliotheken, Caféhäusern oder Turnsäle umgestaltet würden. Ein Weg, welchen er, wenn möglich unbedingt vermeiden wollte, „denn wir haben so viele andere christliche Kirchen in Österreich, besonders in Wien“. So sei es selbstredend, „vielleicht auf wirtschaftlichen Gewinn zu verzichten, dafür aber den christlichen Brüdern und Schwestern eine kirchliche Beheimatung zu ermöglichen“.

Nicht nur mit den Kopten, auch mit vielen Kirchen die in Österreich beziehungsweise insbesondere in Wien stark gewachsen sind, habe man Kirchenübergaben umgesetzt. „Dieser Weg ist sinnvoll und erfolgreich. Und ich hoffe, dass er weitergehen wird“. Zudem macht er auf die in Österreich etwa eine halbe Million lebenden Christen aus dem Nahen Osten und Asien aufmerksam. Ein großes Anliegen seiner Amtszeit sei es gewesen, dass diese auch kirchlich beheimatet seien „und ich denke, das ist auf für die Zukunft der richtige Weg“.

Viel schönes mit koptischen Christen erlebt

Anlässlich des zehnten Jahrestages der Übertragung der Kirche Maria vom Siege in diesem Mai war das Oberhaupt der Koptisch-orthodoxen Kirche, Papst-Patriarch Tawadros II., zuletzt in Österreich. Mit ihm, der als Ehrengast bei dem Festgottesdienst anwesend war, verbindet Schönborn eine enge Freundschaft. Tawadros dankte abermals für das Geschenk der Kirche und die Aufgeschlossenheit der katholischen Kirche gegenüber den koptischen Glaubensgeschwistern.

Mit Blick auf die koptische Kirche erzählt der Kardinal: „Ich habe so viel Schönes mit den koptischen Christinnen und Christen erlebt. Wenn man miteinander betet und gemeinsam auf Christus und die Mutter Gottes schaut, wenn man sich von der Glaubenstreue dieser Menschen berühren lässt - dann muss man einfach sagen: Wir sind wirklich Geschwister im Glauben. Das, was uns trennt, ist unvergleichlich weniger als das, was uns verbindet“.

(kap - sc)

 

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

21. Juli 2026, 10:48