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Beneditiner aus Nursia (Archivfoto) Beneditiner aus Nursia (Archivfoto)  (ANSA)

Österreich: Männer in Ordensgemeinschaften leben länger

Der Lebensstil in einer Ordensgemeinschaft erhöht die Lebenserwartung von Männern messbar und gleicht den biologischen und gesellschaftlichen „Gender Gap“ fast vollständig aus. Das zeigen die langfristigen Ergebnisse der „Deutsch-Österreichischen Klosterstudie“ unter der Leitung des Demografen Marc Luy.

Am vergangenen Sonntag feierte der bekannte Benediktinerbruder David Steindl-Rast seinen 100. Geburtstag. Er steht beispielhaft dafür, dass Ordensmänner im Durchschnitt erheblich später als Männer außerhalb von Klöstern sterben. „Dass Männer im Allgemeinen jünger sterben als Frauen, liegt stärker am Lebensstil als an genetischen Faktoren“, so Professor Luy vom Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Für ein langes Leben gäbe es kein einfaches Rezept: „Es ist ein Zusammenspiel aus vielen Dingen“.

Geregelter Tagesablauf

Das Leben in der Gemeinschaft, einen geregelten Tagesablauf aus Arbeit und Gebet und eine klare spirituelle Mission seien dem Demografen zufolge die wesentlichen Grundpfeiler für die Langlebigkeit der Männer im Orden. Ähnlich stabilisierend wie eine Ehe fungiere dabei die Ordensgemeinschaft. Physisch oder psychisch „abgleitende“ Ordensmitglieder fallen früher auf, zudem führen die soziale Kontrolle und ein geregelter Ernährungsplan zu einem gesünderen Lebensstil mit erheblich weniger Sucht- oder Rauchproblemen.

Stressreduzierend wirke sich zusätzlich der strukturierte Alltag mit festen Gebets- und Meditationszeiten aus, was sich nach Luy positiv auf die körperliche und mentale Gesundheit auswirke. „Auch wenn im Ordensleben nicht alles perfekt läuft, ist es grob gesagt ruhiger.“ Der Glaube gibt nach dem Professor eine grundlegende Stabilität und Sicherheit.

Ordensleute pflegen ihren Lebensstil nicht, um länger zu leben

In Bezug auf den sozialen Status kommt die Studie zu einem erstaunlichen Resultat: Höher gebildete Gesellschaftsschichten haben in der Allgemeinbevölkerung eine signifikant höhere Lebenserwartung als weniger gebildete. Unterschiede, welche nach Luy bei Ordensleuten völlig wegfallen würden, da insbesondere formal niedrig gebildete Ordensmänner gesundheitlich massiv vom Klosterleben „profitieren“ würden. Dies liegt daran, dass die medizinische Versorgung und Alltag bei allen Ordensmitgliedern identisch sei. Diesbezüglich unterscheide sich das Ordensleben vom modernen und kostspieligen „Longevity“-Trend in einem wesentlichen Punkt: „Ordensleute pflegen ihren Lebensstil nicht, um länger zu leben. Das ist eher ein Nebeneffekt.“

Hintergrund

Die „Deutsch-Österreichische Klosterstudie“ entstammt der Diplomarbeit Professor Luys. Von 1996 bis 1998 arbeite er in Bamberg zum Thema „Die Mortalität in bayerischen Frauen- und Männerklöstern im Zeitraum 1910-1985". Seit 2010 wird die Langlebigkeits-Forschung der Klosterstudie auf die gesamte Gesundheit ausgeweitet.

(kap - sc)

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13. Juli 2026, 15:26