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Das Buch „Gesellschaft der Minderheiten. Leben in der Superdiversität“ von Maurice Crul und Frans Lelie Das Buch „Gesellschaft der Minderheiten. Leben in der Superdiversität“ von Maurice Crul und Frans Lelie  

Buch-Tipp: „Gesellschaft der Minderheiten“

Das Buch „Gesellschaft der Minderheiten. Leben in der Superdiversität“ von Maurice Crul und Frans Lelie ist ein wichtiger Beitrag zu allen heutigen Debatten über Migration, Toleranz, Diversität und Integration in europäischen Gesellschaften.

Die Frage, wie wir mit Diversität umgehen, ist eine Schlüsselfrage in den heutigen europäischen Gesellschaften. Ob in Berlin oder Hamburg, Wien oder Rotterdam: vor allem in den großen Städten haben wir es mit einem Mix von Menschen aus verschiedenen Regionen und Kulturen zu tun, deren Leben sich reiben oder kollidieren, verknüpfen oder die schlichtweg aneinander vorbei gehen.

Die reale Praxis des Zusammenlebens

Konflikt und Identitätsverlust sind dabei ebenso wenig vorprogrammiert wie Einheit in der Vielfalt, zeigen die Autoren des Buches „Gesellschaft der Minderheiten. Leben in der Superdiversität“. Mit ihrer soziologischen Studie werfen Maurice Crul und Frans Lelie einen nüchternen Blick auf die reale Praxis des Zusammenlebens. Sie haben mit den Menschen über ihren Alltag in verschiedenen europäischen Städten gesprochen, wo es besonders vielfältig zugeht.

Dabei ist eines sicher: Menschen ohne Migrationshintergrund sind heute vielerorts in der Minderheit, die Minderheiten bilden sozusagen die Mehrheit. Weiter zeigen die Autoren, dass sich das Zusammenleben im Kulturenmix erheblich von den gängigen Erzählungen darüber unterscheidet - Narrationen sowohl des einen wie des anderen politischen Spektrums. Und dass es vor allem Menschen an der Basis sind - und weniger die, die nur über „Superdiversität“ reden - , die Vielfalt leben und gestalten, oft ganz selbstverständlich über ethnisch-religiöse Grenzen hinweg. Denkwürdig: diese „Kompetenz“ ist vielerorts Realität und zeigt sich ganz konkret im Alltag, auch durchaus unabhängig davon, was Menschen sagen, glauben oder wovor sie Angst haben!

Miteinander der Zukunft

Mit ihrer Studie über „Superdiversität“ zeigen die Autoren, ohne Dinge zu beschönigen, Perspektiven auf für eine diverse Gesellschaft der Zukunft. Sie rufen das Knowhow menschlicher Begegnung und den Willen zum Miteinander ins Gedächtnis, auch in einer immer komplexer werdenden Welt. Und sie entziehen populistischen Narrationen ein Stück weit den Boden- durch den Blick auf reale Befindlichkeiten und das Miteinander.

Ein wichtiger Beitrag zu allen heutigen Debatten über Migration, Toleranz, Diversität und Integration in europäischen Gesellschaften. Und übertragbar auf Kontexte, wo Überzeugungen und Vorurteile aufs echte Leben treffen.

Zum Mitschreiben: Gesellschaft der Minderheiten. Leben in der Superdiversität. Edition Mercator, erschienen bei C.H.Beck, München 2025, 16 Euro.

Eine Buchempfehlung von Anne Preckel.

(vatican news)

 

 

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03. August 2026, 09:51