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Kundgebung auf Lampedusa Kundgebung auf Lampedusa  (ANSA)

Landau zu Ceuta: Neue Debatte über legale Zuwanderung nötig

Der Präsident der Caritas Europa, Michael Landau, fordert eine neue Debatte über legale Zuwanderung und das Recht, nicht auswandern zu müssen.

Vor dem Hintergrund der Migrationskrise in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta, wo Ende vergangener Woche rund 72.000 Menschen aus Marokko versuchten, die Grenze zu erreichen, plädierte Landau für eine europäische Migrationspolitik, die neben dem Schutz der Außengrenzen und funktionierenden Asylverfahren auch reguläre Wege nach Europa eröffnet. „Legale Migration ist in der EU zum Tabuthema geworden“, kritisierte Landau gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress.

„völlig unterentwickelt und verkümmert“

Er verstehe und teile den Wunsch, dass Europa wissen müsse, „wer kommt und bleibt“, sagte Landau. Sichere Grenzen und rasche, qualitätvolle Asylverfahren seien wichtige Voraussetzungen dafür, Möglichkeiten zur legalen Arbeitsmigration zu schaffen. Doch gerade diese zweite Seite der Migrationspolitik sei „völlig unterentwickelt und verkümmert“.

Es geht um die wirtschaftliche Zukunft Europas

Es gehe dabei nicht nur um Migration als humanitäre Frage, sondern auch um die wirtschaftliche Zukunft Europas, betonte Landau. Er verwies unter anderem auf den österreichischen EU-Kommissar Magnus Brunner, der davor warne, dass die europäischen Volkswirtschaften in 20 Jahren um neun bis 15 Prozent kleiner ausfallen könnten, sollte die legale Zuwanderung vollständig gestoppt werden. Europa drohe dadurch wirtschaftlich hinter China, den USA sowie aufstrebenden Volkswirtschaften wie Brasilien und Indien zurückzufallen.

Landau verbindet die Forderung nach legalen Wegen mit einer stärkeren Bekämpfung der Ursachen von Flucht und Migration. Er verwies dabei auf Papst Leo XIV. und dessen Forderung nach „politischen Maßnahmen, die es jedem Menschen ermöglichen, in seiner Heimat in Würde zu leben“. Neben dem Recht, Zuflucht zu suchen, wenn das eigene Leben bedroht sei, müsse daher auch das Recht gestärkt werden, nicht auswandern zu müssen. An dieses Recht, „bleiben zu können, nicht fliehen zu müssen“, müsse auch die Kirche erinnern. „Diese Debatte, die bei den Ursachen ansetzt und dann menschengerechte Lösungen sucht, vermisse ich schmerzlich“, so Landau.

Die EU-Innenminister betonten nach ihrem digitalen Austausch am Dienstag ihre Geschlossenheit und stellten sich hinter Spanien. Die Außengrenzen seien gemeinsame Verantwortung, die Migrationsfrage erfordere eine einheitliche europäische Antwort, erklärte der irische Migrationsminister Jim O'Callaghan. Zugleich sollen Frühwarnsysteme und die europäische Krisenkommunikation verbessert werden.

Nach jüngsten Angaben der Regionalbehörden starben mindestens 75 Menschen beim Versuch, Ceuta zu erreichen. Von den rund 72.000 Migranten sollen nach neuen Regierungsangaben aus Madrid 70.000 inzwischen nach Marokko zurückgekehrt sein.

(kap – pr)

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05. August 2026, 10:04