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Ö: Caritas fordert Reformen gegen Altersarmut von Frauen

Die Caritas fordert Reformen gegen Altersarmut von Frauen anlässlich des österreichweiten Equal Pension Day am kommenden Sonntag.

Bis zu diesem Tag haben Männer in Österreich statistisch bereits so viel Pension bezogen, wie Frauen erst bis zum Jahresende erhalten werden. Frauen erhalten damit umgerechnet 144 Tage weniger Pension pro Jahr - für die Caritas ein „skandalöser Unterschied, der für viele ein hohes Armutsrisiko bedeutet“, hieß es in einer Aussendung am Mittwoch. „Pension darf keine Armutsfalle sein“, forderte Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler. Nötig seien Reformen, die „echte Gleichstellung ermöglichen“.

„Frauen, die ihr Leben lang gearbeitet und Verantwortung übernommen haben, dürfen im Alter nicht in Armut rutschen. Pensionen müssen für alle existenzsichernd sein“, so die Caritas-Präsidentin. Viele Frauen müssten trotz eines langen Erwerbslebens im Alter auf Unterstützung durch Sozialberatungsstellen oder Lebensmittelausgaben der Caritas zurückgreifen, weil sie sich Grundbedürfnisse wie Wohnen, Heizen oder Lebensmittel nicht mehr leisten könnten. Das sei nicht hinzunehmen, so die Caritas-Präsidentin.

Die durchschnittliche Frauenpension liegt laut Caritas bei 1.614 Euro pro Monat, Männer erhalten im Schnitt 2.664 Euro. Das entspricht einer Pensionslücke von 39,4 Prozent. Die Folgen dieser Ungleichheit seien für viele Frauen gravierend: Mehr als jede vierte alleinlebende Pensionistin (28 Prozent) sei armutsgefährdet. Rund 19.000 alleinlebende Frauen mit Pension würden in Österreich in absoluter Armut leben.

Strukturelle Ursachen

Die Caritas sieht die Ursachen für Altersarmut von Frauen in jahrzehntelangen strukturellen Benachteiligungen. Frauen übernähmen nach wie vor den überwiegenden Teil unbezahlter Sorgearbeit - etwa bei der Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen. Dies führe häufiger zu Teilzeitbeschäftigung und Erwerbsunterbrechungen und damit zu geringeren Pensionsansprüchen.

„Das individuelle Armutsrisiko von Frauen liegt etwa dreimal höher als jenes von Männern - das ist alarmierend“, so Tödtling-Musenbichler. Wer Altersarmut bekämpfen wolle, müsse an den Ursachen ansetzen und gleichzeitig Frauen unterstützen, die bereits betroffen seien.

Gerechte Arbeitsverteilung und armutsfeste Pensionen gefordert

Kritisch sieht die Caritas auch aktuelle Maßnahmen im Zuge von Budgetkonsolidierungen. Diese würden nach Ansicht der Organisation besonders Frauen mit niedrigen Einkommen treffen. Dazu zählt die Caritas unter anderem die Nicht-Valorisierung von Familienleistungen, die Erhöhung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge für Niedrigverdienende, höhere Krankenversicherungsbeiträge für Ausgleichszulagenbezieherinnen und -bezieher sowie niedrigere Pensionsbeiträge für Bezieherinnen und Bezieher der Notstandshilfe.

„Die öffentliche Debatte verkennt oft die tatsächlichen Lebensrealitäten. Teilzeitarbeit und Erwerbsunterbrechungen sind für Frauen oft die einzige Option“, betonte Tödtling-Musenbichler. Die Caritas fordert darum eine gerechtere Verteilung unbezahlter Sorgearbeit, eine bessere Anrechnung von Kinderbetreuung und Pflegezeiten bei der Pension sowie den Ausbau von leistbaren Kinderbetreuungs- und Pflegeangeboten. Zudem müsse die Ausgleichszulage angehoben werden, damit Pensionen vor Altersarmut schützen könnten.

Auch am Arbeitsmarkt brauche es Verbesserungen, insbesondere in frauendominierten Branchen sowie die Umsetzung von Maßnahmen für mehr Lohntransparenz und gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit. „Gleichstellung in Österreich ist auch 2026 noch lange nicht Realität“, erklärte Tödtling-Musenbichler.

(kap – pr)
 

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05. August 2026, 13:44