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Papst: Das Herz von Täuschungen befreien, um Gott zu sehen

Um Gott zu sehen, sollte der gläubige Mensch sein Herz reinigen, das heißt von Täuschungen befreien. Darüber hat Papst Franziskus an diesem Mittwoch bei der Generalaudienz gesprochen.

Gudrun Sailer – Vatikanstadt

Das wöchentliche Mittwochs-Treffen mit den Gläubigen fand aufgrund der Corona-Pandemie wieder als Livestream statt. Wie bereits seit 11. März hält der Papst die Generalaudienz nicht auf dem Petersplatz oder in der Audienzhalle, sondern in der Bibliothek des Apostolischen Palastes und ohne physisch anwesende Pilger und Besucher.

Hier zum Hören:

Gegenstand seiner Katechese war an diesem Mittwoch die sechste Seligpreisung: Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen (Mt 5,8). Die Weisheit dieser Seligpreisung umschrieb der Papst mit diesen Worten: „Um anzubeten, ist es notwendig, in uns hineinzugehen und Platz für Gott zu schaffen, denn, wie der heilige Augustinus sagt: Gott aber war tiefer als mein Innerstes“. Um Gott zu sehen, so Papst Franziskus, „braucht man nicht die Brille oder den Blickwinkel zu wechseln, man muss sein Herz von seinen Täuschungen befreien“. Diese inneren Täuschungen nämlich erzeugten die Sünde, und diese trennt den Menschen von Gott.

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Der schlimmste Feind ist oft im Herzen verborgen

Wenn wir erkennen, „dass unser schlimmster Feind oft in unserem Herzen verborgen ist“, sei das ein Zeichen von Reife, fuhr der Papst fort. Er hielt die Gläubigen dazu an, den „vornehmen Kampf“ gegen die inneren Täuschungen aufzunehmen, um zu dem „reinen Herzen“ zu gelangen, von dem die Seligpreisung spricht.

Diese Reinigung des Herzens ist nicht immer leicht, räumte Franziskus ein, sie bedeutet Befreiung, das ja, aber auch Verzicht: „Das gereinigte Herz ist das Ergebnis eines Prozesses“. Ein Mensch mit reinem Herzen sei nicht mit einem solchen schon geboren, vielmehr habe er „eine innere Vereinfachung erfahren, er hat gelernt, das Böse in sich selbst zu verleugnen“ und sich immer vom Heiligen Geist leiten zu lassen. Auf diesem Weg schließlich gelange das Herz zur „Anschauung Gottes“.

„Gott zu sehen, bedeutet seine Gegenwart in unseren Brüdern und Schwestern, besonders in den Armen und Leidenden, zu erkennen“

Und der Papst verwies auf eine weitere, gemeinschaftliche Dimension der sechsten Seligpreisung. Gott zu sehen bedeute nicht nur, seine Vorsehung in dem zu verstehen, was mit uns geschieht, sondern auch „seine Gegenwart in unseren Brüdern und Schwestern, besonders in den Armen und Leidenden, zu erkennen und ihn überhaupt dort zu sehen, wo er sich zeigt.“ Kurz: Ein gereinigtes, geläutertes Herz schenkt auch einen aufmerksamen Blick für leidende Brüder und Schwestern.

(vatican news)

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Eindrücke von der Generalaudienz
01. April 2020, 10:59