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Blick auf die Altstadt von Jerusalem und den Tempelberg Blick auf die Altstadt von Jerusalem und den Tempelberg 

Papst: Jerusalem soll Ort friedlichen Zusammenlebens sein

Papst Franziskus hat die besondere Rolle Jerusalems für Christen, Muslime und Juden bekräftigt. Die Stadt sei „gemeinsames Erbe der Menschheit und besonders der drei monotheistischen Religionen" und es gelte, sie „als Ort der Begegnung und als Symbol friedlichen Zusammenlebens, wo gegenseitiger Respekt und Dialog kultiviert werden können" zu erhalten, so das katholische Kirchenoberhaupt.

Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt

Franziskus äußerte sich diesen Donnerstag bei einer Audienz für die gemeinsame Arbeitsgruppe der Palästinensischen Kommission für den interreligiösen Dialog und des vatikanischen Dikasteriums für den interreligiösen Dialog. Die Gruppe trifft sich derzeit, um über die besondere spirituelle Rolle Jerusalems für Juden, Christen und Muslime zu sprechen. Von palästinensischer Seite war bei der Papst-Audienz unter anderem Scheich Mahmoud Al-Habbash anwesend. Auf die aktuellen Spannungen im Heiligen Land ging Franziskus in seiner Ansprache nicht konkret ein.

Hier im Audio: Papst Franziskus: Jerusalem soll Ort friedlichen Zusammenlebens sein (Audio-Beitrag von Radio Vatikan)

Er rief allgemein zu Zusammenarbeit auf und sagte:

„Das Evangelium erinnert uns an den Wert des Mitgefühls, das Mitgefühl Gottes für Jerusalem muss auch unser Mitgefühl werden und stärker sein, als jegliche Ideologie, jegliches sich auf eine Seite schlagen. Die Liebe für die Heilige Stadt muss immer größer sein, wie für eine Mutter, der die Verehrung aller gebührt."

„Mitgefühl muss stärker sein, als jegliche Ideologie, jegliches sich auf eine Seite schlagen“

Interreligiöser Dialog sei sehr wichtig, betonte Franziskus zudem und bekräftigte erneut, dass Jerusalem für alle drei monotheistischen Religionen heilig sei und  Stadt des Frieden. Der Papst verwies in diesem Zusammenhang auch auf seine gemeinsame Erklärung mit dem König Mohammed VI. von Marokko zu Jerusalem aus dem Jahr 2019

„Brüder und Schwestern, wie viele Männer und Frauen, Juden, Christen und Muslime haben für Jerusalem Tränen vergossen und tun dies auch heute noch! Auch uns rührt der Gedanke an Jerusalem manchmal zu Tränen, denn die Stadt ist wie eine Mutter, deren Herz keine Ruhe findet aufgrund des Leidens ihrer Kinder."

Welche Leiden Franziskus dabei im Sinne hatte, führte er nicht aus. Jüngst haben sich die Spannungen zwischen Israel und Palästina wieder verschärft. Der Papst hatte bei seinem Mittagsgebet Ende Februar zu Dialog und Frieden im Heiligen Land aufgerufen. 

EU besorgt über Spannungen zwischen Israel und Palästina

Die EU hat sich unterdessen „zutiefst besorgt über die zunehmende Gewalt und den Extremismus in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten" geäußert. Der Außenbeauftragte der Union, Josep Borrell, appellierte am Mittwoch an die israelische und palästinensische Führung, die Situation zu deeskalieren und von Maßnahmen abzusehen, die die ohnehin schon starken Spannungen weiter verschärften. Israel müsse den nach internationalem Recht illegalen Siedlungsbau stoppen, Gewalt durch Siedler verhindern und sicherstellen, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Zugleich forderte Borrell, Terroranschläge und deren Unterstützung sofort zu beenden. Mit Blick auf die humanitäre Lage im Gazastreifen verlangte der Außenbeauftragte eine weitere Lockerung der israelischen Sanktionen. Die Situation dort sowie im Westjordanland und in Ost-Jerusalem gebe Anlass zu großer Sorge. Weiter betonte er, es gelte, „wieder einen politischen Horizont für eine Zwei-Staaten-Lösung zu schaffen". In dem Zusammenhang verwies er auf Vermittlungsbemühungen der USA, Jordaniens und Ägyptens sowie auf sein jüngstes Treffen mit Saudi-Arabiens Außenminister Prinz Faisal und dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Aboul Gheit, zur Wiederbelebung einer arabischen Friedensinitiative.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell bei einer Pressekonferenz
Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell bei einer Pressekonferenz

„Wieder einen politischen Horizont für eine Zwei-Staaten-Lösung schaffen“

Auch der Vatikan macht sich immer wieder für eine Zwei-Staaten-Lösung stark; Papst Franziskus hat dies zum Beispiel in seiner Diplomaten-Rede zu Jahresbeginn noch einmal betont. Auch den Sonderstatus der Heiligen Stätten betont der Vatikan immer wieder und stimmt hier ebenfalls mit der EU überein: Hinsichtlich des Zugangs zu religiösen Orten erklärte der EU-Außenbeauftragte, der Status quo der Heiligen Stätten müsse im Einklang mit früheren Absprachen gewahrt bleiben; dabei verwies er auch auf die besondere Rolle Jordaniens. „Die friedliche Koexistenz zwischen Christen, Juden und Muslimen muss aufrechterhalten werden", so Borrell wörtlich.

(vatican news/kna - sst) 

 

 

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09. März 2023, 10:40