Papst Leo: Frieden beginnt mit der Würde jedes Menschen
In den Mittelpunkt der Botschaft stellte Leo den Zusammenhang zwischen globalen Krisen und moderner Ausbeutung. Geopolitische Instabilität und bewaffnete Konflikte schaffen aus Sicht des Papstes „einen fruchtbaren Boden“, auf dem Menschenhändler die Schwächsten ausnutzten, vor allem Frauen und Kinder.
Zugleich verwies Leo XIV. auf soziale Ursachen. Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich zwinge viele Menschen in prekäre Lebenslagen. Diese machten sie anfällig für „die trügerischen Versprechen von Anwerbern“, so der Papst.
Besonders perfide: Cyber-Sklaverei
Leo nannte an dieser Stelle eine neue Form von Menschenhandel, die sogenannte „Cyber-Sklaverei“. Dabei werden Menschen in betrügerische Machenschaften und kriminelle Aktivitäten wie Online-Betrug und Drogenschmuggel gelockt. „In solchen Fällen werden die Opfer dazu gezwungen, die Rolle des Täters zu übernehmen, was ihre seelischen Wunden noch verschlimmert“, erklärte der Papst. Diese Formen der Gewalt seien „keine Einzelfälle, sondern Symptome einer Kultur, die vergessen hat, wie man liebt, wie Christus liebt“.
Menschenhandel lasse sich daher nicht allein durch Sicherheitsmaßnahmen bekämpfen, sondern erfordere einen grundlegenden kulturellen Wandel. Leo XIV. rief dazu auf, die verborgenen Mechanismen der Ausbeutung wahrzunehmen – sowohl im eigenen Umfeld als auch im digitalen Raum. Nur eine erneuerte Sicht auf den Menschen könne diese Gewalt überwinden, „die jeden Einzelnen als geliebtes Kind Gottes betrachtet“, so der Papst, der zum Gebet in diesem Anliegen aufrief.
Darüber hinaus dankte Leo allen, „die als Hände Christi den Opfern des Menschenhandels helfen, darunter auch internationalen Netzwerken und Organisationen". Den Überlebenden, die sich für andere Opfer einsetzen, sprach er seine Anerkennung aus. „Möge der Herr sie für ihren Mut, ihre Treue und ihr unermüdliches Engagement segnen", sagte Leo XIV.
Leos Vorgänger Franziskus hatte den 8. Februar, Gedenktag der sudanesischen Heiligen Josephine Bakhita, 2015 zum Welttag des Gebets und der Reflexion gegen den Menschenhandel erklärt. An diesem Tag machen Christinnen und Christen weltweit auf die Folgen der „modernen Sklaverei“ aufmerksam und sind mit den Betroffenen im Gebet verbunden. Das Motto des Weltgebetstages 2026 greift die ersten Worte von Papst Leo XIV. nach seiner Wahl auf und lautet: „Frieden beginnt mit Würde: Ein weltweiter Aufruf zur Beendigung des Menschenhandels“. Laut Global Slavery Index 2025 leben weltweit rund 50 Millionen Menschen in ausbeuterischen Verhältnissen, darunter zwölf Millionen Minderjährige.
(vatican news – gs)
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