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Papst an Ostkirchen: Gemeinsam wirken und Herzen entwaffnen

Vor Teilnehmern einer Studienreise orthodoxer Ostkirchen in Rom hat Leo XIV. an diesem Donnerstag für die Zusammenarbeit der Kirchen und eine „Entwaffnung der Herzen“ geworben. Den Papst besuchten orthodoxe Priester und Mönche der armenischen, koptischen, äthiopischen, eritreischen, malankarischen und syrischen Kirche, die an einem Studienseminar des Glaubens-Dikasteriums teilnahmen.

Anne Preckel - Vatikanstadt

Weil er ein paar Minuten zu spät war, entschuldigte sich Leo XIV. zunächst bei der Gruppe und scherzte zu Beginn der Audienz: „Jemand sagte mir heute Morgen in einer der vielen Besprechungen, dass Papst Franziskus einmal gesagt habe: ,Ich bin der Stellvertreter Christi auf Erden, und ich habe keinerlei Einfluss auf meinen Terminkalender.‘ Das gehört zu dem, was ich für die Nachfolge im Amt des Petrus erhalten habe…“, so Leo XIV. an die Priester und Mönche der orientalisch-orthodoxen Kirchen gewandt.

Verschiedene orthodoxe Kirchen

Die Gruppe hält sich für eine Studienreise in Rom auf, die vom vatikanischen Einheits-Dikasterium organisiert wurde und bei der Besuche bei römischen Kurieneinrichtungen vorgesehen sind. Teilnehmer sind Priester und Mönche der armenisch-apostolischen, koptisch-orthodoxen, äthiopisch-orthodoxen, eritreisch-orthodoxen, malankarisch-orthodoxen und syrisch-orthodoxen Kirche, die von Erzbischof Khajag Barsamian (armenisch-apostolisch) und dem Metropoliten Barnaba El-Soryani (koptisch-orthodox) begleitet werden.

Mosaik christlichen Erbes

Historisch und kulturell seien die christlichen Kirchen unterschiedlich, zusammen bildeten sie aber „ein wunderbares Mosaik unseres gemeinsamen christlichen Erbes, das wir alle schätzen können“, formulierte der Papst. Er ermutigte zu gegenseitiger Unterstützung, „damit wir in unserem gemeinsamen Glauben an Christus wachsen können, der die ultimative Quelle unseres Friedens ist“ (vgl. Eph 2,14). Dazu gelte es, „uns selbst zu entwaffnen“, so Leo XIV., der einen Pionier der ökumenischen Bewegung heranzog, um dies zu verdeutlichen:

„Wie Patriarch Athenagoras in einem schönen Gebet sagte: ,Ich bin entwaffnet von dem Bedürfnis, Recht zu haben, mich zu rechtfertigen, indem ich andere beurteile‘, indem ich ,den härtesten Krieg, den Krieg gegen mich selbst‘ führe. Wenn wir die Vorurteile, die wir in uns tragen, beseitigen und unsere Herzen entwaffnen, wachsen wir in der Nächstenliebe, arbeiten enger zusammen und stärken unsere Bande der Einheit in Christus. Auf diese Weise wird die Einheit der Christen auch zu einem Sauerteig für den Frieden auf Erden und die Versöhnung aller.“

Unterstützen und Einheit bewahren

Leo XIV. erinnerte an den heiligen Paulus, an dem sich das Thema der diesjährigen Gebetwoche für die Einheit der Christen inspirierte. In Paulus‘ Brief an die Epheser erinnerte der Apostel an die Bedeutung der Einheit im Glauben. Der Papst erinnerte in seiner Ansprache an die historischen Reisen des Paulus durch Israel, Kleinasien, Syrien, Arabien und Europa, bei denen er ein Gespür für die ethnische und kulturelle Vielfalt der Gemeinschaften entwickelte, die er besuchte:

„Durch die Gründung und den Besuch vieler christlicher Gemeinden wurde er sich der Besonderheiten jeder Kirche bewusst, nämlich ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Bräuche sowie ihrer Herausforderungen und Anliegen. Der Apostel erkannte, dass die Gemeinden zu sehr nach innen gerichtet sein und sich auf ihre eigenen spezifischen Probleme konzentrieren konnten. Deshalb war der heilige Paulus entschlossen, sie in seinen Briefen immer wieder daran zu erinnern, dass sie Teil des einen mystischen Leibes Christi waren. Damit ermutigte er sie, einander zu unterstützen und die Einheit des Glaubens und der Lehren zu bewahren, die die transzendente Natur und Einheit Gottes widerspiegeln.“

Der Papst ließ den Oberhäuptern der vertretenen orientalisch-orthodoxen Kirchen seine Grüße ausrichten und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Studienreise in Rom erfolgreich sei.

(vatican news – pr)
 

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05. Februar 2026, 13:28