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Papst: „Dienst am Nächsten ist ein Akt der Liebe“

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des italienischen Militärordinariats hat Papst Leo XIV. an diesem Samstag eine Delegation von Bischöfen, Militärseelsorgern, Politikern und weiteren beim Ordinariat eingebundenen Akteuren empfangen. In seiner Ansprache betonte der Pontifex, dass der Dienst in den Streitkräften weit über eine bloße Profession hinausgehe – er sei eine „Antwort auf einen Ruf, der das Gewissen befragt“, im Dienst am Gemeinwohl und am Frieden.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Das Kirchenoberhaupt nutzte das Jubiläum für eine grundlegende Reflexion über die Bedeutung von Erinnerung in der modernen Informationsgesellschaft. Er warnte davor, dass unsere Epoche zwar Informationen in außerordentlichem Maße übertragen könne, aber die Fähigkeit verliere, diese zu verinnerlichen.

Zum Nachhören - was der Papst sagte

Gedächtnis ist keine Nostalgie

„Die Erinnerung wird oft ‚extern ausgelagert‘ und verfügbar gemacht, aber nicht immer zu eigen gemacht und aktiviert“, kritisierte der Papst. Für die Kirche hingegen sei das Gedächtnis „lebendiges Bewusstsein“ und kein bloßes Datenarchiv. „Es ist keine Nostalgie, sondern eine Wurzel, die Prophetie hervorbringt.“

Dieses Verständnis identifizerte er auch im Zusammenhang mit dem Centenarium des Militärordinariats. Er würdigte die Männer und Frauen in Uniform, die „in den lichten Tagen des Friedens und den dramatischen der Kriege“ mit Opferbereitschaft zum Wachstum der Gesellschaft beigetragen hätten – oft um den Preis des eigenen Lebens.

Bei der Audienz in der Sala Clementina
Bei der Audienz in der Sala Clementina   (@Vatican Media)

Der Kaplan als „Hirte im Schweigen“

Besondere Worte richtete der Papst an die Militärkaplane. Unter Berufung auf den Heiligen Augustinus beschrieb er ihr Amt als amoris officium – einen Dienst der Liebe. Der Einsatz des Kaplans finde oft im Stillen statt, „in Kasernen und Feldzelten, in Kapellen und Einsatzgebieten“.

In einer durch Mobilität und kulturelle Vielfalt geprägten Welt sei der Militärseelsorger zudem ein „Werkzeug der Einheit“ und des Dialogs zwischen den Völkern. Der Papst ermutigte die Kaplane, insbesondere in den Ausbildungsstätten und Akademien präsent zu sein, wo „Gewissen geformt werden“.

Audienz zum 100-jährigen Bestehen des italienischen Militärordinariats
Audienz zum 100-jährigen Bestehen des italienischen Militärordinariats   (@Vatican Media)

Soldatsein als Antwort auf Gewalt

Bezugnehmend auf das Zweite Vatikanische Konzil betonte der Papst, dass die Menschheit solange unter der Bedrohung des Krieges stehe, wie die Sünde nicht durch die Liebe besiegt sei. „In diesem Horizont verortet sich die Mission des christlichen Militärs“, so der Pontifex. Schwache zu verteidigen, das friedliche Zusammenleben zu schützen und in internationalen Missionen die Ordnung wiederherzustellen, sei eine „Berufung“.

„Die Identität des Soldaten ist geprägt von Großzügigkeit und Dienstgeist. Aber diese Werte brauchen ein Fundament“, erklärte das Kirchenoberhaupt. Er rief dazu auf, die Normen und Missionen des militärischen Lebens stets mit dem „Lebenssaft des Evangeliums“ zu inspirieren, damit das Wohl der Völker immer an erster Stelle stehe.

Zukunftsprojekte der Seelsorge

Abschließend würdigte der Papst die geplanten Initiativen des Ordinariats, darunter ein neues Pastoralzentrum und ein Zentrum für Höhere Studien zur geistlichen Begleitung. Letzteres solle die interdisziplinäre Reflexion über die Herausforderungen der modernen Welt, wie den Einfluss neuer Technologien, fördern. Mit einem Segen für die Soldaten und ihre Familien schloss der Pontifex seine Ansprache in der Hoffnung auf eine „Zivilisation der Liebe“.

(vatican news)

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07. März 2026, 12:13