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Die Palmsonntagsmesse mit Papst Leo in Rom Die Palmsonntagsmesse mit Papst Leo in Rom

Papst am Palmsonntag: Jesus, König des Friedens

Bei strahlendem Sonnenschein hat Papst Leo XIV. mit 40.000 Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom die Palmsonntagsmesse gefeiert. In seiner Predigt erinnerte das Kirchenoberhaupt daran, dass uns Jesus durch seinen Weg ans Kreuz zeige, dass echter Friede nur durch das Ablehnen von Gewalt erreicht werden kann.

Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt

Der Palmsonntag markiert den feierlichen Beginn der Karwoche und erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem ihm die Menschen mit Palmzweigen zujubelten. Dieser besondere Tag verbindet Freude und Erwartung mit der stillen Vorbereitung auf die Ereignisse von Ostern.

„Hosanna dem Sohne Davids! Gepriesen, der kommt im Namen des Herrn, der König von Israel“, sang der Chor, während die Gläubigen mit Palmzweigen in den Händen zum Obelisken in der Mitte des Petersplatzes zogen.

Palmsonntag  in Rom
Palmsonntag in Rom   (@VATICAN MEDIA)

 

Nach der Segnung der Palmzweige mit Weihwasser und der Verkündigung des Evangeliums vom Einzug Jesu in Jerusalem begann die feierliche Palmprozession zum erhöhten Altarbereich auf dem Vorplatz des Petersdoms. Dort wurde mit verteilten Rollen die Passionsgeschichte aus dem Matthäus-Evangelium vorgetragen. Bei den Worten „Jesus aber schrie noch einmal mit lauter Stimme. Dann hauchte er den Geist aus,“ knieten alle zu einer kurzen Gebetsstille nieder.

An diesem Feiertag, der in der katholischen Kirche „Dominica in Palmis de passione Domini“ genannt wird, dominiert die liturgische Farbe Rot. Die Fürbitten in verschiedenen Sprachen machten die Universalität der Kirche spürbar. Eine Fürbitte wurde auch auf Deutsch vorgetragen.

Die Prozession auf dem Petersplatz
Die Prozession auf dem Petersplatz   (@VATICAN MEDIA)

Die Predigt des Papstes

In seiner Predigt erinnerte Papst Leo daran, dass Jesus der König des Friedens ist. In einer von Krieg und Gewalt geprägten Zeit zeigt er uns durch seinen Weg ans Kreuz, dass echter Friede nur durch das Ablehnen von Gewalt erreicht werden kann.

„Blicken wir auf Jesus, der sich als König des Friedens zeigt, während um ihn herum der Krieg vorbereitet wird,“ so der Papst wörtlich. „Auf ihn, der in seiner Sanftmut ruht, während sich die anderen in Gewalt ereifern; auf ihn, der sein Leben liebevoll für die Menschheit hingibt, während andere zu Schwertern und Stöcken greifen; auf ihn, der das Licht der Welt ist, während die Finsternis sich über der Erde ausbreitet; auf ihn, der gekommen ist, Leben zu bringen, während er nach Plan zum Tode verurteilt wird."

Blick auf den Petersplatz
Blick auf den Petersplatz   (@Vatican Media)

Ruf zur Versöhnung in einer kriegsgeschüttelten Welt

Jesus habe uns das „sanfte Antlitz Gottes offenbart, der Gewalt stets ablehnt“, betonte der Papst weiter. Sein demütiger Einzug auf einem Esel habe die alte Prophezeiung erfüllt und stehe für Frieden statt Macht. Auch das Leiden habe der Herr stumm ertragen und alles auf sich genommen, um den Menschen Frieden zu schenken.

Papst Leo an diesem Sonntag
Papst Leo an diesem Sonntag   (@Vatican Media)


Wörtlich sagte der Papst:

„Brüder, Schwestern, das ist unser Gott: Jesus, der König des Friedens. Ein Gott, der den Krieg ablehnt; den niemand dazu benutzen kann, um Krieg zu rechtfertigen; der das Gebet derer, die Krieg führen, nicht erhört und es mit den Worten zurückweist: »Wenn ihr auch noch so viel betet, ich höre es nicht. Eure Hände sind voller Blut« (Jes 1,15).“

Ein Eindruck von der Feier
Ein Eindruck von der Feier   (@Vatican Media)

Ein Gott, den niemand dazu benutzen kann, um Krieg zu rechtfertigen

Im Leiden Jesu spiegle sich das Leid der ganzen Menschheit wider, so der Papst weiter. In seinem letzten Schrei „hören wir das Weinen derer, die niedergeschlagen sind, derer, die hoffnungslos sind, derer, die krank sind, derer, die einsam sind. Und vor allem hören wir das schmerzerfüllte Stöhnen all derer, die gewalttätig unterdrückt werden, und aller Opfer des Krieges.“

„Christus, der König des Friedens, ruft noch immer laut von seinem Kreuz herab: Gott ist Liebe! Habt Erbarmen! Legt die Waffen nieder, denkt daran, dass ihr Brüder und Schwestern seid!“


Abschließend vertraute der Papst der Jungfrau Maria folgende Bitte an:

„Heilige Maria, Frau des dritten Tages, schenk uns die Gewissheit, dass der Tod trotz allem keine Macht mehr über uns haben wird. Dass die Tage des ungerechten Treibens der Völker gezählt sind. Dass der Feuerschein der Kriege verlischt. Dass die Leiden der Armen an ein Ende gelangen. […] Und dass endlich die Tränen aller Opfer von Gewalt und Leid getrocknet werden, wie der Reif von der Frühlingssonne.“

Der Papst am Palmsonntag in Rom
Der Papst am Palmsonntag in Rom   (@Vatican Media)

(vaticannews – skr)

 


 

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29. März 2026, 11:48