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Papst: Haben Kriegstreiber den Mut zur Gewissensprüfung?

Nur ein „versöhnter Mensch“ ist fähig, „unbewaffnet und entwaffnend zu leben“: über den Zusammenhang zwischen Beichte und Frieden hat Papst Leo am Freitag gesprochen. Dabei fragte er, ob Kriegstreiber den Mut und die Demut zur Beichte hätten.

Anne Preckel - Vatikanstadt

Leo XIV. äußerte sich am Freitag gegenüber Teilnehmern des 36. internationalen Kurses der Apostolischen Pönitentiarie zum sogenannten „Forum internum“, den inneren Bereich des menschlichen Glaubens und Gewissens, der diese Woche in Rom stattfand.

Nur versöhnter Mensch unbewaffnet und entwaffnend

„Nur ein versöhnter Mensch ist fähig, unbewaffnet und entwaffnend zu leben! Wer die Waffen des Stolzes niederlegt und sich ständig durch die Vergebung Gottes erneuern lässt, wird zu einem Versöhner im täglichen Leben. In ihm oder ihr verwirklichen sich die Worte, die dem heiligen Franz von Assisi zugeschrieben werden: ,Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens‘“, so der Papst in seiner Ansprache, in der er dem Zusammenhang zwischen Beichte, Einheit mit Gott und Frieden nachging.

Zum Nachhören - was der Papst sagte
Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan   (@VATICAN MEDIA)

Wer eigene Sünden erkenne und diese verurteile, sei bereits mit Gott einig“, gab Leo XIV. den heiligen Augustinus wieder. Und er fuhr fort:

„Unsere Sünden zu erkennen, bedeutet daher, insbesondere in dieser Fastenzeit, „uns mit Gott zu versöhnen“, uns mit ihm zu vereinen. Das Sakrament der Versöhnung ist somit eine ,Werkstatt der Einheit‘: Es stellt die Einheit mit Gott wieder her, durch die Vergebung der Sünden und die Einflößung der heiligmachenden Gnade. Dies schafft die innere Einheit des Menschen und die Einheit mit der Kirche; daher fördert es auch den Frieden und die Einheit in der Menschheitsfamilie.“

Es braucht Mut zur Gewissensprüfung

„Haben jene Christen, die eine schwere Verantwortung in bewaffneten Konflikten tragen, die Demut und den Mut, ernsthaft ihr Gewissen zu prüfen und zu beichten?“

Daran an schloss der Papst die provokante Frage: „Haben jene Christen, die eine schwere Verantwortung in bewaffneten Konflikten tragen, die Demut und den Mut, ernsthaft ihr Gewissen zu prüfen und zu beichten?“

Eigentlich sei jeder Christ mindestens einmal im Jahr zur sakramentalen Beichte verpflichtet, erinnerte er (vgl. 4. Laterankonzil von 1215 und KKK, Nr. 1457). Dennoch werde dieses Angebot von vielen Getauften nicht genutzt, bedauerte Leo XIV.:

„Es ist, als bliebe der unendliche Schatz der Barmherzigkeit der Kirche ,unbenutzt‘, aufgrund einer weit verbreiteten Zerstreutheit der Christen, die nicht selten lange Zeit im Zustand der Sünde verharren, anstatt sich mit Einfachheit des Glaubens und des Herzens dem Beichtstuhl zu nähern, um das Geschenk des auferstandenen Herrn anzunehmen.“

Die Beichte zu spenden und damit an der Einheit der Menschen mit Gott zu wirken, sei eine „hohe Aufgabe“, schärfte der Papst den jungen Priestern und Weihekandidaten ein. Im Beichten werde die Kirche durch „erneuerte Heiligkeit ihrer reuigen und vergebenen Kinder bereichert“, formulierte er weiter.

Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan   (@VATICAN MEDIA)

Auf der Suche nach Tiefe

Das Sakrament der Versöhnung schaffe auch eine Voraussetzung für die Einheit der Menschen, fuhr der Papst fort – dies sei in der gegenwärtigen „Zeit der Zersplitterung“ umso notwendiger und „vor allem bei jüngeren Generationen ein echtes Bedürfnis“. Leo XIV. sieht hier den besonderen Auftrag der Kirche, jungen Leuten - angesichts von Kapitalismus und Relativismus - neue Wege aufzuzeigen:

„Die nicht eingehaltenen Versprechen eines zügellosen Konsums und die frustrierende Erfahrung einer von der Wahrheit losgelösten Freiheit können durch die göttliche Barmherzigkeit zu Gelegenheiten der Evangelisierung werden: Indem sie das Gefühl der Unvollständigkeit hervorrufen, ermöglichen sie es, jene existenziellen Fragen zu wecken, auf die nur Christus eine vollständige Antwort geben kann.“

Papst Leo erwähnte, dass der Kurs der Apostolischen Pönitentiarie von den Päpsten Johannes Paul II, Benedikt XVI. und Franziskus unterstützt wurde. Er selbst schließe sich dem an, so Papst Leo, und ermutige zu einer Fortsetzung dieses Dienstes und einer Vertiefung und Erweiterung des Ausbildungsangebotes, damit das Sakrament der Versöhnung „immer tiefer verstanden, angemessen gefeiert und daher vom ganzen heiligen Volk Gottes in Frieden und Wirksamkeit gelebt“ werde.

(vatican news – pr)

 


 

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13. März 2026, 14:01