Vatikan: Weltweite Kinderschutz-Leitlinien in Arbeit
Die weltweiten Kinderschutz-Leitlinien sollen „zugänglich, kulturell anpassbar und geistlich verwurzelt“ sein und den Ortskirchen ein „praktisch nutzbares Instrument“ bieten, heißt es in der Aussendung. Die Kommission bekräftigte zugleich die zentrale Rolle von Betroffenen im kirchlichen Kinderschutz. Ihr Einbezug sei „kein isolierter Aspekt“, sondern der „zentrale Bezugspunkt für jede Handlung“.
Zeugnisse von Opfern sollen stärker in Politikentwicklung, Schulungen und den Jahresbericht einfließen, empfahl die Päpstliche Kinderschutzkommission. Aktuelle Medienberichte über Missbrauch erinnerten „schmerzhaft an den tiefen Schaden“, den Betroffene erlitten haben, sowie an „schwere Versäumnisse innerhalb der Kirche“. Die Mitglieder erneuerten ihre Verpflichtung, „zuzuhören, zu begleiten und sicherzustellen“, dass Schutz, Rechenschaft und Transparenz im kirchlichen Leben verankert bleiben.
Asien, Afrika und Lateinamerika holen auf
Fortschritte verzeichnet der Mitteilung zufolge die Memorare-Initiative, die inzwischen 18 Ortskirchen in Asien/Ozeanien, Afrika und Lateinamerika unterstützt. Sie stärkt Meldesysteme, Schulungen und Netzwerke und hat sich auch das Ziel gesteckt, schützende Strukturen zu bewerten. Zugleich bestehen in einigen Regionen noch Mängel, etwa bei den Rechenschaftsmechanismen, heißt es in der Mitteilung.
Die Studiengruppe zu Online-Missbrauch habe über Fortschritte bei der Analyse digitaler Risiken im kirchlichen Bereich berichtet. Zugleich habe man den Ortskirchen praktische Instrumente für Prävention, Schutz und angemessene Reaktionen zur Verfügung gestellt. Auch Papst Leo XIV. hatte zuletzt in seiner Ansprache an die Kommission die Dringlichkeit des Themas Missbrauch im Internet betont. Angesichts des weltweiten Ausmaßes von Online-Missbrauch an Kindern und anderen verletzlichen Menschen müsse digitaler Schutz eine vordringliche Priorität sein.
(vatican news – gs)
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