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Kardinal Vesco: „Algerier werden von Leo XIV. im Herzen berührt sein“

Papst Leo XIV. beginnt seine erste apostolische Reise auf dem afrikanischen Kontinent mit einem Besuch in Algerien. Kardinal Jean-Paul Vesco, Erzbischof von Algier, bezeichnet den Aufenthalt als ein Ereignis von hoher symbolischer Reichweite, das sowohl die kleine christliche Minderheit als auch die mehrheitlich muslimische Bevölkerung anspricht.

Olivier Bonnel und Mario Galgano - Vatikanstadt

Mit seinem Eintreffen in Algerien stellt der Papst einen Bezug zur langen Geschichte Nordafrikas her, die eng mit dem Römischen Reich und dem Wirken des heiligen Augustinus verknüpft ist. Augustinus, der im 4. Jahrhundert im heutigen Souk Ahras geboren wurde, dient als spiritueller Anknüpfungspunkt. Kardinal Vesco berichtet, dass die Selbstbezeichnung des Papstes als „Sohn des heiligen Augustinus“ bei vielen Algeriern auf eine positive Resonanz gestoßen sei und eine Form der geistigen Verwandtschaft geschaffen habe.

Zum Nachhören - was der Kardinal sagte

Eine afrikanische Kirche im Wandel

Das Kirchenoberhaupt trifft auf eine kleine katholische Gemeinschaft, deren Erscheinungsbild sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat. Laut Vesco präsentiert sich die Kirche heute als „bescheiden und afrikanisch“. Die Geschichte der lokalen Kirche ist zudem durch das Gedenken an die 19 Märtyrer geprägt, darunter die Mönche von Tibhirine, die 1996 während des algerischen Bürgerkriegs getötet wurden.

Der Erzbischof betont, dass die christliche Gemeinschaft inmitten einer fast ausschließlich muslimischen Gesellschaft lebe. Dennoch sei die afrikanische Identität dieser Kirche essenziell für ihr Selbstverständnis.

Fokus auf den Mittelmeerraum und Frieden

Algerien nimmt eine geografische Schlüsselrolle als Tor zu Afrika und Schnittstelle zum Mittelmeerraum ein. Leo XIV. tritt hierbei in die Fußstapfen seines Vorgängers Franziskus, indem er das Mittelmeer nicht als Grenze, sondern als gemeinsamen Raum der Zivilisation und des Dialogs definiert. Vesco erinnert daran, dass das Meer für viele Migranten derzeit ein Hindernis oder gar eine Todesfalle darstelle und der Besuch dazu beitragen könne, Trennungen zu überwinden.

Vor dem Hintergrund aktueller Konflikte im Nahen Osten und in Afrika wird die Friedensbotschaft des Papstes eine zentrale Rolle spielen. Das Motto der Reise, „Der Friede sei mit euch“, korrespondiert mit dem arabischen Gruß „Salam aleikoum“. Vesco hebt hervor:

„Es ist der Gruß eines Mannes des Friedens, der kommt. In der heutigen Welt stellt sich die Frage: Wo sind die Menschen des Friedens?“

Der Kardinal äußert die Hoffnung, dass der Papst als Träger einer „entwaffneten und entwaffnenden“ Friedensbotschaft wahrgenommen wird, die einer weiteren Eskalation globaler Gewalt entgegenwirkt.

Die Begegnung mit der Bevölkerung

Nach Ansicht von Kardinal Vesco wird vor allem die persönliche Ausstrahlung des Pontifex für die Menschen in Algerien entscheidend sein. Er zeigt sich überzeugt, dass die direkte Begegnung und die Art und Weise, wie der Papst dem Land und seinen Bewohnern begegnet, die Menschen nachhaltig bewegen wird. Die Algerier seien ein Volk, das sehr stark auf Persönlichkeit und Authentizität reagiere, weshalb der Besuch eine tiefe Wirkung auf die Herzen der Bürger haben werde.

(vatican news)

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10. April 2026, 11:41