Papst Leo über Franziskus: „Hingebungsvoller Hirte, der viele Herzen berührt hat“
„Am ersten Jahrestag des Todes unseres lieben Papst Franziskus bleibt seine Erinnerung in der Kirche und in der ganzen Welt lebendig“, schreibt Papst Leo XIV. in einer Botschaft an Kardinal Giovanni Battista Re, den Dekan des Kardinalskollegiums.
Dieser verlas die Papstworte am Dienstagabend vor den Gläubigen, die im Gedenken an Franziskus in der Basilika Santa Maria Maggiore zusammengekommen waren, wo Papst Franziskus auf eigenen Wunsch im linken Seitenschiff begraben liegt. Um 17 Uhr wurde dort zum Gedenken an den Jahrestag seines Todes ein Rosenkranz gebetet und anschließend eine Messe gefeiert.
Papst Leo bedauerte in seiner Botschaft, dass er wegen seiner derzeitigen Apostolischen Reise in Afrika nicht selbst zu den Feierlichkeiten in Rom sein könne, versicherte die Anwesenden jedoch seiner geistigen Nähe. Bereits auf seinem Flug von Angola nach Äquatorialguinea hatte Papst Leo Worte der Wertschätzung und Zuneigung für seinen Vorgänger gefunden.
Ein Missionar der Barmherzigkeit
„Der Tod“, so erinnerte der Papst nun die am Grab von Franziskus versammelten Gläubigen, „ist keine Mauer, sondern eine Tür, die sich weit öffnet zur Barmherzigkeit, die Papst Franziskus unermüdlich verkündet hat.“ In der Osterzeit des Vorjahres, am 21. April, habe Franziskus seine irdische Pilgerreise in der „Umarmung des auferstandenen Christus“ abgeschlossen, in dieser „Freude des Evangeliums“, die eines seiner aussagekräftigsten Apostolischen Schreiben inspiriert habe, würdigte Papst Leo weiter.
Mutiges Zeugnis bis zum Ende
Franziskus habe als Nachfolger Petri und Hirte der Weltkirche „in einer Zeit gedient, die einen Epochenwechsel markierte – und weiterhin markiert –, einen Wandel, dessen er sich voll bewusst war. Er hat uns allen ein mutiges Zeugnis gegeben, das ein bedeutendes Erbe für die Kirche darstellt“, so Papst Leo mit Blick auf seinen Vorgänger, dessen Lehramt „als das eines Jüngers und Missionars gelebt wurde, wie er so gerne sagte“. Papst Franziskus sei „bis zum Ende ein Jünger des Herrn" geblieben, „treu seiner Taufe und seiner Weihe zum Bischofsamt“. Gleichermaßen habe er als Missionar gedient, der das Evangelium der Barmherzigkeit „allen, allen, allen“ verkündete, wie er mehr als einmal gesagt habe, so Papst Leo.
Viele Herzen berührt
„Die Früchte, die sein Zeugnis als hingebungsvoller Hirte hervorgebracht hat“, so heißt es in der Botschaft weiter, „haben die Herzen so vieler Menschen berührt, bis an die Enden der Erde, auch dank seiner Apostolischen Reisen und insbesondere dank jener letzten ‚Reise‘, die seine Krankheit und sein Tod waren.“
Papst Franziskus habe in Kontinuität mit seinen Vorgängern das Erbe des Zweiten Vatikanischen Konzils aufgegriffen, unterstreicht sein Nachfolger weiter, der in seiner aktuellen Katechesereihe bei den Generalaudienzen über das Konzilsdokument Lumen gentium nachdenkt.
In diesem Zusammenhang habe der verstorbene Papst die Kirche auch dazu aufgerufen, „offen für die Mission zu sein, eine Hüterin der Hoffnung für die Welt, leidenschaftlich in der Verkündigung jenes Evangeliums, das jedem menschlichen Leben Fülle und Glück schenken kann“.
Seine Ermahnungen, die immer noch nachhallten, hätten dank ihrer Anschaulichkeit die Frohe Botschaft verständlicher gemacht: „Barmherzigkeit, Frieden, Geschwisterlichkeit, der Geruch der Schafe, Feldlazarett“ seien nur einige der Begriffe, die Franziskus geprägt habe, und mit denen er auf neue Weise das althergebrachte Evangelium verkündet habe, so Leo.
Innige Marienverehrung
Papst Franziskus habe sein ganzes Leben lang eine innige Verehrung für Maria gepflegt, erinnert Papst Leo außerdem. Und er hebt hervor, wie oft Franziskus nach Santa Maria Maggiore, dem Ort seiner späteren Bestattung, und zu vielen Marienheiligtümern auf der ganzen Welt gepilgert sei.
(vatican news - cs)
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