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Papst an Jugend: Seid Vorbilder des Friedens, strebt nicht nach einfachem Erfolg

Am Ende seines Besuchs in Äquatorialguinea hat Papst Leo XIV. vor jungen Menschen und Familien im Stadion der Stadt Bata die Bedeutung christlicher Werte für die Gestaltung der Zukunft hervorgehoben. Unter dem Reisemotto „Christus, Licht Äquatorialguineas auf dem Weg in eine Zukunft der Hoffnung“ betonte er die Notwendigkeit, das Erbe aus Traditionen und Glauben als Grundlage für die gesellschaftliche Entwicklung zu nutzen.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Bei seinem vorletzten öffentlichen Treffen bei seiner Afrikareise hörte der Papst am Mittwochabend die Lebenszeugnisse einiger der 50.000 im Stadion von Bata versammelten Äquatorialguineer, von den Herausforderungen für Frauen in der Arbeitswelt bis hin zum Weg der Ehe, der - so griff Papst Leo das Zeugnis in seiner Ansprache auf - „in Freiheit wächst“. Zudem betonte er die Bewahrung familiärer Werte, auch wenn Urteile, Vorurteile und Stereotypen versuchten, diese herabzusetzen. All dies trage zu einem „glanzvollen und anspruchsvollen“ Erbe bei, zu dessen Hütern und Fundament die neuen Generationen berufen seien.

Hier zum Hören:

In seiner Rede bezog sich der Papst auf die eben gehörten Ausführungen der jungen Menschen, die bei dem Treffen über ihre Herausforderungen und Wünsche sprachen. Leo XIV. unterstrich, dass christliches Handeln über den Gottesdienstbesuch hinausgehe. Der Papst sprach von Alicia, die ihren Traum von einer Welt mitgeteilt habe, „in der junge Menschen, Männer wie Frauen, nicht den einfachen Erfolg suchen, sondern sich für eine Kultur des Einsatzes, der Disziplin und der gut gemachten Arbeit entscheiden, und dass das auch wertgeschätzt werden sollte“. Weiter führte Leo aus:

„Christ zu sein bedeutet über die Teilnahme an der Eucharistiefeier hinaus, auch in Würde zu arbeiten und alle mit Respekt zu behandeln... Dies lädt uns ein, über die Bedeutung einer fruchtbaren Beschäftigung nachzudenken wie auch über die Notwendigkeit, sich stets für die Würde aller Menschen einzusetzen.“  

Das Treffen mit jungen Menschen und Familien in Äquatorialguinea
Das Treffen mit jungen Menschen und Familien in Äquatorialguinea   (@Vatican Media)

Der Papst erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die Worte von Johannes Paul II. aus dem Jahr 1982, der damals das zentralafrikanische Land besucht hatte. Sein Nachfolger Leo rief nun die Anwesenden dazu auf, Vorbilder der Eintracht und Versöhnung zu sein. Der Pontifex forderte die Achtung der Rechte jedes Bürgers und jeder sozialen Gruppe ein. In Äquatorialguinea kommt es gemäß internationalen Menschenrechtsorganisationen regelmäßig zu schwerwiegenden Verletzungen der Menschenrechte.

Familie als „Bildnis Gottes“

Ein zentraler Aspekt seiner Ansprache war die Stärkung der familiären Strukturen. Der Papst bezeichnete Familien als den „fruchtbaren Boden“ für das menschliche Wachstum. Er ermutigte Paare, die Vorbereitung auf das Sakrament der Ehe als einen Weg der Heiligkeit zu begreifen, der „immer das Wohl und das Glück des anderen sucht“ - und richtete folgende direkte Worte an Eheleute:

„Ehepartner und Eltern zu sein ist eine begeisternde Aufgabe, ein Bund, der Tag für Tag gelebt werden will, in dem man sich gegenseitig stets neu entdeckt und gemeinsam mit Gott das Wunder des Lebens ermöglicht und das Glück für euch und für eure Kinder. Bereitet euch darauf vor, diese Berufung als einen Weg wahrer Liebe zu leben, die in der Freiheit wächst; als einen Weg der Hoffnung, die aus dem Bewusstsein kommt, dass Gott euch nicht im Stich lässt.“

Fröhliche Gesichter bei dem Treffen mit dem Papst in Äquatorialguinea
Fröhliche Gesichter bei dem Treffen mit dem Papst in Äquatorialguinea   (@Vatican Media)

Unter Bezugnahme auf den Erfahrungsbericht eines 13jährigen Jungen, der mit seiner alleinerziehenden Mutter lebt, mahnte das Kirchenoberhaupt eine Welt an, die auf der „Achtung vor dem ungeborenen und heranwachsenden Leben“ sowie auf der Verantwortung gegenüber Kindern gründet. Er zitierte zudem seinen Vorgänger Franziskus, wonach das liebende Paar, das Leben zeugt, das „wahre, lebende ‚Bildnis‘ Gottes" sei und fügte an:

„Eine Familie, in der man es versteht, einander anzunehmen und zu lieben, ist Licht, ist Wärme.“

„Victor Antonio hat uns daran erinnert, dass die Annahme des Lebens Liebe, Engagement und Fürsorge erfordert, und diese Worte aus dem Mund eines jungen Menschen müssen uns ernsthaft zu denken geben, wie wichtig es ist, die Familie zu schützen und zu bewahren, zusammen mit den Werten, die in ihr erlernt werden. Pflegen wir sie, leben wir sie und bezeugen wir sie auch dann, wenn es Opfer verlangt, oder wenn, wie Jaime Antonio und Purificación (ein junges Ehepaar, das bei dem Treffen zu Wort kam; Anm. d. Red.) sagten, Urteile, Vorurteile und Klischees ihren Wert herabsetzen wollen. Eine Familie, in der man es versteht, einander anzunehmen und zu lieben, ist Licht, ist Wärme.“

Von der Schönheit der Liebe begeistern lassen

Lobende Worte fand das katholische Kirchenoberhaupt für die Jugend des Landes. Das strahlendste Licht hier sei jenes in ihren Augen, in ihren Gesichtern, in ihrem Lächeln, ihren Liedern, die alle bezeugten, dass Christus Freude, Sinn, Inspiration und Schönheit in das Leben eines jeden Menschen bringe, so Leo XIV..

Das Treffen in Äquatorialguinea
Das Treffen in Äquatorialguinea   (@Vatican Media)

An die jungen Menschen gerichtet, die eine Berufung zum Priester- oder Ordensleben verspüren, sagte das Kirchenoberhaupt, sie sollten sich nicht fürchten, diesen Weg der Hingabe einzuschlagen. Das „Licht der Nächstenliebe“, so der Papst abschließend, müsse in den Familien gepflegt werden, um die Welt und ihre Institutionen zu verwandeln, damit „jeder Mensch Anerkennung findet und niemand vergessen wird“: 

„Das Licht der Nächstenliebe, das in den Familien gepflegt und im Glauben gelebt wird, kann die Welt wirklich verwandeln, auch in ihren Strukturen und Institutionen.“

„Liebe junge Menschen, liebe Eltern und ihr alle, lassen wir uns von der Schönheit der Liebe begeistern, werden wir zu Zeugen der Liebe, die Jesus uns geschenkt und gelehrt hat! Bezeugen wir jeden Tag, dass es schön ist zu lieben, dass die größten Freuden in allen Bereichen daraus entstehen, dass wir im Stande sind zu geben und uns zu verschenken, insbesondere wenn wir uns denen zuwenden, die am bedürftigsten sind.“

Damit erinnerte Leo XIV. an die Botschaft zum Welternährungstag von Papst Franziskus vom 14. Oktober 2022. Diesen Gedanken sollten sich alle zu Herzen nehmen, „damit Christus, der Gekreuzigte und Auferstandene, das Licht Äquatorialguineas, Afrikas und der ganzen Welt, uns alle in eine hoffnungsvolle Zukunft führe“.

(vatican news)

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22. April 2026, 20:31