Papst besucht psychiatrische Klinik in Malabo

Papst Leo XIV. hat in Malabo, der Wirtschaftsmetropole von Äquatorial-Guinea, eine psychiatrische Klinik besucht. Dabei gab er zu, dass er bei solchen Besuchen immer „gemischte Gefühle“ hege.

„Einerseits empfinde ich Mitgefühl für die Patienten und ihre Angehörigen“, so der Papst. „Andererseits verspüre ich Bewunderung und Trost angesichts all dessen, was dort täglich getan wird, um dem menschlichen Leben zu dienen.“ In der Klinik von Malabo ist solche Bewunderung berechtigt, denn es handelt sich um eine Vorzeige-Struktur. Psychische Erkrankungen sind in vielen Teilen Afrikas eigentlich mit einem Tabu behaftet; die Angehörigen versuchen, die Erkrankten zu verstecken. Hier hingegen ist in den letzten zwölf Jahren, nicht zuletzt dank französischer Hilfe, eine moderne Klinik entstanden, die auf eine Wiedereingliederung von Tausenden von Patientinnen und Patienten in die Gesellschaft hinarbeitet.

Begrüßt wurde Leo XIV., der mittags von Angola kommend in Äquatorialguinea eingetroffen war, vom Direktor der Klinik. Dieser formulierte in seiner Rede: „Eine wahrhaft bedeutende Gesellschaft ist nicht die, die ihre Schwächen verbirgt, sondern die, die sie mit Liebe umgibt.“ Eine Einschätzung, der der Papst zustimmte: Ja, genau so sei es. „Dies ist ein Grundsatz der Zivilisation, der christliche Wurzeln hat, denn es ist Christus, der in der Geschichte der Menschheit die Behinderung vom Fluch befreit und ihr volle Würde zurückgegeben hat.“

  (ANSA)
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„Eine wahrhaft bedeutende Gesellschaft ist nicht die, die ihre Schwächen verbirgt, sondern die, die sie mit Liebe umgibt“


Allerdings wolle der Erlöser „uns nicht ohne unser Mittun retten“, ob auf persönlicher oder auf gesellschaftlicher Ebene. „Deshalb verlangt er von uns, unsere Brüder und Schwestern nicht nur mit Worten, sondern in Taten zu lieben. Eine Pflegeeinrichtung wie diese kann mit Gottes Hilfe und dem Engagement aller zu einem Zeichen der Zivilisation der Liebe werden.“

Ein Langzeit-Gast der Einrichtung namens Pedro Celestino berichtete dem Papst von „Diskriminierung und Zurückweisung“ in der Gesellschaft gegenüber Menschen mit mentalen Problemen. Dass der Gast aus Rom entschieden habe, sie zu besuchen, bedeute ihnen viel – es sei „ein Sonnenstrahl in unserem Leben“. Ausführlich las Celestino Dankesworte gegenüber der Regierung und der First Lady des Landes vor, wie das so üblich ist in autoritären Staaten. Dann schloss er mit den Worten: „Danke, dass Sie uns so lieben, wie wir sind“.

  (ANSA)

„Gott liebt uns so, wie wir sind. Eigentlich liebt nur Gott uns wirklich so, wie wir sind. Aber nicht, damit wir so bleiben, wie wir sind!“


Auch das griff Papst Leo in seiner Ansprache auf. „Ja, Gott liebt uns so, wie wir sind. Eigentlich liebt nur Gott uns wirklich so, wie wir sind. Aber nicht, damit wir so bleiben, wie wir sind! Nein, Gott will nicht, dass wir krank bleiben, er will uns heilen!“ Und darum gehe es auch in einem Krankenhaus, vor allem wenn es christlich geprägt sei. Zur Heilung aber gehöre auch „die spirituelle Dimension“, betonte der Papst.

Dazu passte, dass ein früherer Patient, dem aber die Wiedereingliederung in die Gesellschaft geglückt ist, ein Gedicht vortrug. Leo XIV. dankte ihm dafür – und vermutete, „dass in einem Umfeld wie diesem jeden Tag viele verborgene ‚Gedichte‘ entstehen, nicht aus Worten, sondern aus kleinen Gesten, aus Gefühlen…“ Gedichte, die „nur Gott vollständig lesen“ könne.

Verborgene Gedichte aus Gesten und Gefühlen


„Liebe Brüder und Schwestern, bitte übermitteln Sie allen Kranken in dieser Klinik den Ausdruck meiner Nähe, besonders den Schwerkranken und Einsamen. Jeden Einzelnen – Patienten, medizinisches Personal und Mitarbeiter – vertraue ich Maria, dem Heil der Kranken, an.“ Als Geschenk an die psychiatrische Klinik überreichte der Papst eine Ikone der Heiligen Familie.

(vatican news – sk)

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21. April 2026, 19:02