Papst Leo XIV. besucht Waisenhaus „Ngul Zamba“ in Kamerun
Mario Galgano - Vatikanstadt
Der Besuch findet zu einem historischen Zeitpunkt statt: Die Kongregation der Töchter Mariens von Yaoundé feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Die Generaloberin, Mutter Régine Cyrille Ngono Bounoungou, hieß den Gast herzlich willkommen und erinnerte an das Erbe der Gründerbischöfe Vogt und Graffin. Das Waisenhaus, dessen Name übersetzt „Die Kraft Gottes“ bedeutet, bietet Kindern im Alter von 18 Monaten bis 20 Jahren ein Zuhause – eine Aufgabe, die angesichts fehlender staatlicher Mittel und einer reinen Finanzierung durch Spenden tägliche materielle Herausforderungen mit sich bringt.
Ein herzlicher Empfang durch Musik und Zeugnisse
Schon beim Betreten des Hauptsaals wurde der Gast aus Rom von einer Woge der Begeisterung empfangen. Die Kinder und Jugendlichen, die im Alter von 18 Monaten bis 20 Jahren in der Einrichtung leben, hatten ein Willkommenslied vorbereitet, das die festliche Atmosphäre einleitete.
In persönlichen Zeugnissen schilderten einige der Jugendlichen ihren Weg in die Gemeinschaft der „Töchter Mariens“. Sie sprachen offen über die „Kraft Gottes“ – die deutsche Übersetzung des Namens „Ngul Zamba“ –, die sie in dieser Einrichtung erfahren haben. Über die bloße Verpflegung hinaus betonten sie die Bedeutung der „Wärme eines christlichen Zuhauses“, die ihnen eine ganzheitliche Erziehung und neue Lebensperspektiven ermöglicht hat.
Die Botschaft des Papstes: Zu einer Zukunft berufen, die größer ist als eure Wunden
Viele von ihnen hätten schwere Zeiten durchgemacht, ging der Papst in seiner Ansprache auf die Erfahrungen der Heimbewohner ein. „Einige haben durch den Verlust ihrer Eltern oder ihrer Angehörigen schmerzliche Trennungen erlebt. Andere haben Angst, Ablehnung, Verlassenheit, Entbehrung und Unsicherheit erlebt", so Leo. Doch trotz allem seien sie „zu einer Zukunft berufen, die größer ist als eure Wunden. Ihr seid Träger einer Verheißung." Denn auch da, wo es „Elend, Leid oder Ungerechtigkeit" geben mag, sei Gott gegenwärtig: „er kennt eure Gesichter und ist euch ganz nah."
Das Evangelium erinnere daran, dass Jesus Kinder, wie sie es seien, besonders gern gehabt habe und sie in den Mittelpunkt gestellt habe. „Ihr sollt wissen, dass er heute jeden von euch mit derselben Zuneigung ansieht", so Leo XIV. an die Adresse der Kinder und Jugendlichen.
Gelebte Geschwisterlichkeit
Besonders würdigte der Papst das Charisma der Schwestern, die nicht nur Waisen aufnehmen, sondern in einem „Geist der Geschwisterlichkeit“ auch bedürftige Kinder aus den benachbarten, mehrheitlich muslimischen Vierteln unterrichten. Für Leo XIV. ist dies das Fundament für eine Zukunft ohne Hass und Intoleranz.
(vatican news)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.
