Papst Leo: Unterstützung für alle, die gegen Todesstrafe kämpfen

In einer Videobotschaft an die DePaul University in Chicago, die den 15. Jahrestag der Abschaffung der Todesstrafe im US-Staat Illinois feierlich beging, bekräftigt Papst Leo XIV. das Recht eines jeden Menschen auf Leben, „die eigentliche Grundlage jedes anderen Menschenrechts“. Daher sei der Vollzug der Todesstrafe als „Angriff auf die Unverletzlichkeit und Würde der Person“ unzulässig, so der Papst.

„Ich spreche (…) jenen meine Unterstützung aus, die sich für die Abschaffung der Todesstrafe in den Vereinigten Staaten von Amerika und auf der ganzen Welt einsetzen“, unterstreicht Papst Leo XIV. in seiner auf Englisch gehaltenen Videobotschaft, die er an die DePaul University in Chicago geschickt hat. Die Heimatstadt des Papstes liegt im US-Bundesstaat Illinois, der vor 15 Jahren, am 9. März 2011, die Todesstrafe abgeschafft hatte. An diesem Tag setzte der damalige Gouverneur Pat Quinn mit seiner Unterschrift die diesbezügliche Entscheidung von Parlament und Senat vom 11. Januar 2011 in Kraft. Den Jahrestag beging die Chicagoer Universität mit einer Feierstunde, Papst Leo war mit seiner Videobotschaft ideell dabei:

„Die katholische Kirche hat stets gelehrt, dass jedes menschliche Leben vom Augenblick der Empfängnis bis zum natürlichen Tod heilig ist und geschützt werden muss“, beginnt der Papst seine kurze Ansprache mit einem Verweis auf die Tradition des Lehramts, und insbesondere seines Vorgängers Franziskus, der den Passus zur Todesstrafe im Katechismus der Katholischen Kirche 2018 nachgeschärft hatte. Seitdem kann kein Katholik sich mehr auf die Lehre der Kirche berufen, um die Todesstrafe zu rechtfertigen.

Wie auch Leo kategorisch hervorhebt, sei das „Recht auf Leben“ die „eigentliche Grundlage jedes anderen Menschenrechts“ und Voraussetzung für ein Gedeihen der Gesellschaft, die „Heiligkeit des menschlichen Lebens“ zu wahren – ein Gedanke, dem er bereits in seiner Ansprache an die beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomaten Anfang des Jahres Ausdruck verliehen hatte.

Hier der Beitrag zum Nachhören

Wirksamer Strafvollzug auch ohne Todesstrafe möglich

Die Würde eines Menschen, so bekräftigt Papst Leo in diesem Zusammenhang in der aktuellen Videobotschaft mit Blick auf den von Franziskus geänderten Katechismus, gehe „auch dann nicht verloren (...), wenn jemand schwerste Verbrechen begangen hat“. Ebenso sei es möglich – und bereits geschehen - „wirksame Strafvollzugssysteme“ zu entwickeln, „welche die pflichtgemäße Verteidigung der Bürger garantieren, zugleich aber dem Täter nicht endgültig die Möglichkeit der Besserung nehmen“, zitiert Leo den entsprechenden Passus (2267) nachdrücklich:

„Aus diesem Grund haben Papst Franziskus und meine unmittelbaren Vorgänger wiederholt darauf bestanden, dass das Gemeinwohl gewahrt und den Anforderungen der Gerechtigkeit entsprochen werden kann, ohne auf die Todesstrafe zurückzugreifen. Folglich lehrt die Kirche, dass ,die Todesstrafe unzulässig ist, weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt‘ (ebd.).“

„Ich bete darum, dass Ihre Bemühungen zu einer größeren Anerkennung der Würde jedes Menschen führen und andere dazu inspirieren, sich für dieselbe gerechte Sache einzusetzen“

Deshalb schließe er sich der Feier zum 15. Jahrestag der Entscheidung des Gouverneurs von Illinois an, so der erste US-Amerikaner auf dem Stuhl Petri. Gleichzeitig spreche er allen seine Unterstützung aus, „die sich für die Abschaffung der Todesstrafe in den Vereinigten Staaten von Amerika und auf der ganzen Welt einsetzen“, versprach der Papst:

„Ich bete darum, dass Ihre Bemühungen zu einer größeren Anerkennung der Würde jedes Menschen führen und andere dazu inspirieren, sich für dieselbe gerechte Sache einzusetzen“, so Leo abschließend.

Roter Faden im Lehramt

Ähnlich hatte sich Papst Leo XIV. auch auf dem Flug von Malabo nach Rom geäußert, am Ende seiner elftägigen Apostolischen Reise, als er betonte, dass er „alle ungerechten Handlungen“ verurteile. „Ich verurteile die Tötung von Menschen. Ich verurteile die Todesstrafe“, sagte er vor Journalisten. Seine Begründung dabei war grundlegend: „Ich glaube, dass das menschliche Leben respektiert werden muss und dass das Leben aller Menschen – von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod – respektiert und geschützt werden muss.“

Daraus folgte auch ein klares Urteil über staatliches Handeln, das sich sowohl als Verweis auf grausame Unrechtsregime als auch auf Demokratien, die die Todesstrafe vollziehen, lesen lässt: „Wenn ein Regime, wenn ein Land Entscheidungen trifft, die anderen Menschen ungerecht das Leben nehmen, dann ist das offensichtlich etwas, das verurteilt werden muss.“

(vatican news - cs)

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25. April 2026, 11:12