Papst an Priester im Südlibanon: Ich bin euch nahe
Salvatore Cernuzio – Vatikanstadt
Ein paar Minuten Gespräch, herzliche Grüße und von Staunen geprägte Lächeln (auch wenn es einige von ihnen bereits geahnt hatten), etwa zehn Bildkacheln mit den Gesichtern der Priester aus den Dörfern im Süden des Libanons, jenen an der Grenze zu Israel, die von Raketen und Bombardements gezeichnet sind - und in der Mitte der Papst, der den Priestern erneut seine „Ermutigung“ zusicherte „für das, was sie tun“, sie „seiner Gebete“ versicherte und den apostolischen Segen erteilte. Eine gelungene Überraschung gegen 9.45 Uhr morgens für die Gruppe von Pfarrern aus dem Süden des Libanons, an der so genannten Blue Line.
Ermutigung und Nähe
Wie die beteiligten Priester selbst berichteten, erfolgte der Anruf während der Audienz am Mittwoch Vormittag - noch vor der Generalaudienz - durch Nuntius Paolo Borgia, der sich seit Monaten gerade in diesen Grenzgebieten engagiert, um gemeinsam mit Hilfsorganisationen Lebensmittel, lebensnotwendige Güter sowie ein Wort des Trostes und die Nähe der Kirche und des Papstes zu überbringen. Diese Nähe wurde – wenn auch virtuell – durch den aktuellen Videoanruf von Leo noch greifbarer. Im Dezember 2025 hatte er auf seiner ersten Auslandsreise den Libanon besucht, die Lage in dem leidgeprüften Land durch den Austausch mit zivilen und kirchlichen Vertretern aufmerksam verfolgt und dabei die Unterstützung des Heiligen Stuhls zugesichert.
Ein Hauch von Hoffnung
Am Dienstag hatte der Nuntius die Priester gebeten, einen Gruppenchat namens „Priester des Südens“ zu erstellen und am nächsten Tag gegen 9.30–9.45 Uhr für einen Gruß – nämlich von Borgia selbst – aus Rom zur Verfügung zu stehen. Anwesend waren auch der griechisch-katholische Bischof von Tyros und der Generalvikar.
Einige der Priester hatten die mögliche Überraschung geahnt, wie Toni Elias, Pfarrer in Rmeish, dem Dorf, das nur durch einen Wald von Israel getrennt ist. „Es war wunderschön“, berichtete er anschließend den vatikanischen Medien, „der Papst hat uns ermutigt, uns gesagt, dass er für uns betet, dass er uns unterstützt, und er hat uns seinen Segen gegeben, in der Hoffnung, dass bald Frieden einkehrt.“ Die Verbindung dauerte nur wenige Minuten, doch, so versichert der maronitische Priester, „es war ein Hauch von Hoffnung und Vertrauen, den wir gebraucht haben“.
Dank gelte nicht nur Papst Leo, sondern auch Nuntius Borgia für diese erneute Geste der Fürsorge gegenüber dem Klerus im Süden: „Er bringt Nächstenliebe, trotzt der Gefahr, inmitten von bombardierten, zerstörten Straßen und explodierten Häusern“, sagt Elias. „Ich sehe in ihm die Mission seines Schutzheiligen, des heiligen Paulus.“
(vatican news)
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