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Kardinal Emil Paul Tscherrig zu Lebzeiten Kardinal Emil Paul Tscherrig zu Lebzeiten 

Papst Leo trauert um Kardinal Tscherrig

Nach dem Tod des Schweizer Kardinals Emil Paul Tscherrig hat Papst Leo sein Beileid ausgesprochen und die Verdienste des Verstorbenen gewürdigt.

Der langjährige Vatikandiplomat und Schweizer Kardinal war an diesem Dienstag, 12. Mai 2026, im Alter von 79 Jahren verstorben. Bis 2024 stand er im diplomatischen Dienst des Vatikans; zuletzt war er der erste Nichtitaliener als Papst-Botschafter in Italien und San Marino. 

Treuer Dienst und Großzügigkeit

In einem Beileidstelegramm sprach Leo XIV. allen Angehörigen und der Diözesangemeinde Sion im Kanton Wallis sein tiefes Beileid aus. Mit Dankbarkeit denke er an den „treuen Dienst“ von Tscherrig als päpstlichem Vertreter in verschiedenen Ländern und später als Mitglied einiger Dikasterien des Heiligen Stuhls, heißt es darin weiter.

In allen ihm anvertrauten Aufgaben habe Tscherrig „großzügig gehandelt und seine Liebe zur Kirche und zum Nachfolger Petrus bewiesen“, so der Papst. Er bete für den verstorbenen „Diener des Evangeliums“ und segne alle, „die von seinem plötzlichen Tod betroffen“ seien, heißt es in dem vom Papst unterzeichneten Telegramm weiter.

„Großzügig gehandelt und seine Liebe zur Kirche und zum Nachfolger Petrus bewiesen“

Nach Tscherrigs Tod zählt das Kardinalskollegium noch 242 Männer; 118 von ihnen sind unter 80 Jahre alt und dürften aktuell einen neuen Papst wählen.

Biografie und Stationen im Detail

Emil Tscherrig, geboren am 3. Februar 1947 in Unterems, studierte in Sitten und Freiburg i.Ue. Theologie. Nach seiner Priesterweihe (1974) war er von 1974-1978 an der Päpstlichen Diplomatenakademie und studierte gleichzeitig Kirchenrecht an der Päpstlichen Hochschule Gregoriana, wo er ein Doktorat abschloss. 

In den folgenden Jahren war er an den Päpstlichen Botschaften in Uganda, Korea und Bangladesch tätig. Ab 1985 arbeitete er im vatikanischen Staatssekretariat und stand dem päpstlichen Reisemarschall Roberto Tuccier bei der Organisation der Auslandreisen von Papst Johannes Paul II. als Assistent zur Seite.

Am 4. Mai 1996 wurde Tscherrig von Papst Johannes Paul II. zum Apostolischen Nuntius im zentralafrikanischen Burundi und gleichzeitig zum Titular-Erzbischof von Voli ernannt. Im selben Jahr empfing er die Bischofsweihe. In Burundi blieb Erzbischof Tscherrig bis zum Jahr 2000. Dann wurde er Nuntius auf den Antillen, 2004 in Korea und der Mongolei, 2008 Nuntius für Dänemark, Finnland, Schweden, Island und Norwegen, 2012 päpstlicher Botschafter in Argentinien - als Jorge Mario Bergoglio, der spätere Papst Franziskus, Erzbischof in Buenos Aires war.

Im Jahr 2017 übertrug Papst Franziskus Tscherrig als erstem Nicht-Italiener das Amt des Apostolischen Nuntius für Italien und San Marino.

2023 erhob ihn Franziskus zum Kardinal. Seit Oktober 2024 gehörte er zur sechsköpfigen Spitze der Vatikanbank IOR. Er war auch Mitglied der Apostolischen Signatur, dem höchsten vatikanischen Gericht. Außerdem gehörte er dem Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, dem Dikasterium für die Bischöfe sowie der Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen im Dikasterium für die Evangelisierung an.

2025 nahm er am Konklave Teil, das Papst Leo XIV. wählte.

(vatican news – pr)
 

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12. Mai 2026, 14:40