Papst Leo XIV. würdigt Dienst und Disziplin der Schweizergarde
Mario Galgano - Vatikanstadt
In seiner Ansprache, die er überwiegend auf Italienisch und mit einem Dankeswort auf Deutsch hielt, betonte der Papst die Bedeutung der kulturellen und geistigen Werte, die die jungen Männer aus ihrer Heimat in den Dienst des Heiligen Stuhls einbringen, und fügte an:
„Euer Land kann stolz auf sie sein, und sie bringen die kulturellen und geistigen Werte, mit denen sie aufgewachsen sind, mit in den Vatikan.“
Der Papst sprach der Schweizer Nation seinen Dank dafür aus, dass sich junge Staatsbürger für den Dienst am Nachfolger Petri zur Verfügung stellen. Er bezeichnete die Tätigkeit der Gardisten als einen Dienst, der Tag und Nacht verrichtet werde. Die Herausforderungen und die Kameradschaft innerhalb des Korps würden bei den Gardisten ein Pflichtbewusstsein formen, das über den rein militärischen Aspekt hinausgehe. In diesem Zusammenhang hob er hervor, dass die Aufgabe untrennbar mit der persönlichen Berufung jedes Getauften verbunden sei:
„Nun schmieden die Freuden und Herausforderungen, die ihr gemeinsam erlebt, wie auch die Kraft der Freundschaften, die unter euch entstehen, in eurer Seele ein Ehrgefühl und Pflichtbewusstsein, das in der Bereitschaft zum Ausdruck kommt, euer Leben ganz in den Dienst des Nachfolgers Petri zu stellen und ihn zu schützen.“
Geschichtsträchtige Umgebung achten
Während der Dienst an den Toren des Vatikanstaates, im Apostolischen Palast und in den großen Basilikas stattfindet, mahnte der Papst die Gardisten, die geschichtsträchtige Umgebung für Reflexion und Gebet zu nutzen. Leo XIV. erläuterte:
„Diese Schönheit kommt von Gott und führt zu Gott, dem Vater des Schönen und des Guten. Eure Aufgabe, die in erster Linie militärischer Natur ist, ist jedoch untrennbar mit der Berufung jedes Getauften zur Heiligkeit verbunden.“
Dabei verwies er auf das biblische Gebot der Nächstenliebe und zitierte Worte Jesu über den Dienst an den Geringsten:
„Mehr als Soldaten seid ihr Diener, die nach dem Vorbild Christi auf diejenigen zugehen, die der Hilfe bedürfen: nicht nur die Mitglieder der Kurie oder die offiziellen Besucher des Vatikans, sondern auch die Pilger und Touristen. Denkt immer an die Worte Jesu: ´Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan´.“
Lektüre und Betrachtung religiöser Texte
Für die Phasen der Stille, insbesondere während der Nachtwachen, empfahl das Kirchenoberhaupt die Lektüre und Betrachtung religiöser Texte. Er zitierte hierbei ein Gebet des Schweizer Nationalheiligen Niklaus von Flüe, das zur Hingabe an Gott aufruft. Das Leben in der Kaserne bezeichnete er als einen Ort, an dem menschliche Tugenden wie Großzügigkeit und Demut entwickelt werden könnten. Durch brüderliche Solidarität entstehe innerhalb der Garde ein Klima der Eintracht, das auch auf Außenstehende wirke.
Abschließend dankte der Papst der gesamten Truppe für den gewissenhaften Einsatz, den er im täglichen Leben des Vatikans beobachte. Er stellte die Gardisten unter den Schutz ihrer Patrone, darunter der heilige Martin von Tours und der heilige Sebastian, bevor er den Anwesenden den apostolischen Segen erteilte.
(vatican news)
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