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Die Audienz im Vatikan Die Audienz im Vatikan  (@VATICAN MEDIA)

Papst fordert vor EU-Abgeordneten neue Allianz für die Familie

Papst Leo XIV. hat an diesem Montag Mitglieder der interfraktionellen Arbeitsgruppe für Demografie des Europäischen Parlaments im Vatikan empfangen. Anlass des Treffens war eine Konferenz über Familie und Demografie, an der auch die Europäische Kommissarin für das Mittelmeer, die italienische Ministerin für Familie, Geburten und Chancengleichheit sowie der OSZE-Sonderbeauftragte für demografischen Wandel und Sicherheit teilnahmen.



Mario Galgano - Vatikanstadt

In seiner Ansprache betonte der Papst die Relevanz der demografischen Frage für den europäischen Kontinent, der sich zunehmend zu einem alternden Kontinent entwickle. Die demografische Stagnation bringe komplexe Probleme mit sich, darunter die Vereinsamung vieler Menschen. Demografische Daten seien keine bloßen Statistiken, sondern berührten die Grundlagen von Vater- und Mutterschaft. Eine nachhaltige Entwicklung setze eine Solidarität zwischen den Generationen voraus, an deren Gleichgewicht es in Europa derzeit mangle.

Das Kirchenoberhaupt zog eine Verbindung zwischen der Abkehr von den christlichen Inspirationen der Gründerväter der europäischen Institutionen und einer gegenwärtigen Sterilität. Diese zeige sich darin, dass der nachfolgenden Generation materielle und kulturelle Werkzeuge für die Zukunft vorenthalten würden. Zudem verwies der Text auf Widersprüche in der Politik, wenn vorgeblich familienfreundliche Maßnahmen mit einer Benachteiligung von Mutterschaft oder der Infragestellung des Familienfundaments einhergingen.

Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan   (@VATICAN MEDIA)

Die Rolle der Familie und das Subsidiaritätsprinzip

Zur Bewältigung dieser Herausforderungen forderte der Papst eine koordinierte Zusammenarbeit von Wissenschaft, Politik und gesellschaftlichen Akteuren. Die interfraktionelle Zusammensetzung der Arbeitsgruppe biete hierfür ein geeignetes Forum. Der Dialog müsse die europäischen Institutionen, die Regierungen und die gesamte Zivilgesellschaft einbeziehen.

„Die Familie basiert auf der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau und verbindet die persönliche mit der öffentlichen Dimension.“

Als Schlüssel zur Lösung der Krise bezeichnete der Text die Würde der Person und die Funktion der Familie, die als erste Schule des sozialen Lebens definiert wurde. Die Familie basiere auf der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau und verbinde die persönliche mit der öffentlichen Dimension. Ziel müsse es sein, die Mitverantwortung der Familien im gesellschaftlichen und politischen Leben zu stärken. Durch die Anwendung des Subsidiaritätsprinzips ließen sich sowohl staatliche Überregulierungen als auch ein ausgeprägter Individualismus vermeiden.

Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan   (@VATICAN MEDIA)

Partnerschaft für den europäisch-christlichen Beitrag

Der aufgezeigte Ansatz ziele nicht auf eine Rückkehr zu sozialen Modellen der Vergangenheit ab, sondern orientiere sich an bleibenden Prinzipien zur Beantwortung anthropologischer Fragen nach dem Wert des Lebens und der Gestaltung der Gesellschaft. Nationale und europäische Politiken sollten daher partnerschaftlich mit der Zivilgesellschaft entwickelt werden.

Als funktionierendes Beispiel wurde die Kooperation der parlamentarischen Arbeitsgruppe mit dem Verband der katholischen Familienverbände in Europa (FAFCE) und der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) angeführt. Dies zeige, wie unterschiedliche Kompetenzen zusammenwirken können, um politische Maßnahmen am Wohl des ganzen Menschen auszurichten. Nur durch eine Stärkung der Familie lasse sich die demografische Alterung bewältigen. Zum Abschluss ermutigte der Papst die Abgeordneten zu weiteren Bemühungen und spendete den Segen.

(vatican news)

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25. Mai 2026, 12:03