Das Programm der Spanien-Reise von Papst Leo XIV.: Migranten im Fokus
Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt
Am Hafen von Gran Canaria wird der Papst sich am 11. Juni mit Organisationen treffen, die sich um die Aufnahme und Integration von Migranten kümmern; ebenso am 12. Juni in Teneriffa. Dort trifft er zudem auch Migranten im Zentrum „las raìces". Bei allen drei Begegnungen wird der Papst Redebeiträge halten.
Viele EU-Länder setzen beim Thema Migranten und Flüchtlinge auf Abschottung. Spanien macht es anders: Die Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez hat ein einjähriges Massenamnestieprogramm gestartet, das schätzungsweise 500.000 Einwanderern die Beantragung eines legalen Aufenthaltsstatus ermöglicht. Das könnte auch in der Hauptstadt Madrid ein Thema werden, wo der Papst am 6. Juni bei seiner Begegnung mit Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft und mit dem Diplomatischen Korpsseine seine erste Rede hält - oder am 8. Juni, wenn Papst Leo XIV. vor dem spanischen Parlament in Madrid spricht.
Auftakt: Besuch bei Königsfamilie und Jugend-Vigil
Am Tag der Ankunft, Samstag, 6. Juni, macht Leo XIV. nach der offiziellen Willkommenszeremonie zunächst einen Höflichkeitsbesuch bei der spanischen Königsfamilie, König Felipe und Königin Letizia, die erst am 20. März zur Audienz beim Papst im Vatikan waren. Den Abend des ersten Reisetags beschließt er mit einer Gebetsvigil mit Jugendlichen; zuvor trifft er Akteure des Sozialprojekts „Cedia 24 Horas".
Fronleichnamsmesse in Madrid
Zum Hochfest Fronleichnam feiert Papst Leo XIV. am Sonntag, 7. Juni in Madrid eine große Messe auf der „Plaza de Cibeles". Anschließend trifft sich Leo XIV., der dem Augustinerorden angehört, privat mit den Mitgliedern seines Ordens in der Nuntiatur. Am Abend steht dann eine Begegnung zum Thema Vernetzung von Kultur, Kunst, Wirtschaft und Sport an.
Am Montag, 8. Juni, wird Papst Leo XIV. nicht nur vor dem Parlament sprechen, er trifft anschließend auch die katholischen Bischöfe Spaniens am Sitz der Bisschofskonferenz und später die Gemeinde der Diözese Madrids im Stadion „Santiago Bernabéu". Der Papst stattet zuvor noch der Almudena-Kathedrale in Madrid einen Besuch ab und hält dort ein Gebet.
Barcelona: Einweihung des Turms der Sagrada Familia
Am Dienstag, 9. Juni geht es nach einem Treffen mit ehrenamtlich Engagierten auf dem Messeglände in Madrid weiter nach Barcellona. Dort hält der Papst abends eine Gebetsvigil. Um 13 Uhr spricht er das Stundegebet (ora media, „mittlere Hore“) in der Kathedrale von Barcelona. Am Mittwoch, 10. Juni, besucht der Papst ein Gefängnis und macht einen Abstecher ins nahe gelegene Montserrat, wo er die historische Benediktinergemeinschaft besucht und in der Abtei der Benediktiner einen Rosenkranz betet. Außerdem trifft sich der Papst in Montserrat auch mit Vertretern und Betreuten der Diözesan-Caritas. Am Abend geht es zurück nach Barcelona, wo Leo eine Messe in der berühmten Sagrada Familia feiert - und einen Turm der Sagrada Familia einweihen wird, der mittlerweile höchsten Kirche der Welt.
Reise-Ende: Große Messe in Teneriffa
Am Donnerstag, 11. Juni, fliegt der Papst nach Gran Canaria. Dieser Tagesbesuch steht im Zeichen des Themas Migration - aber der Papst trifft am Abend auch Bischöfe, Priester, Ordensleute, Diakone und Seminaristen sowie in der Seelsorge Aktive. Am Abend feiert Leo XIV. eine große Messe im Stadion von Gran Canaria. Am Freitag, 12. Juni, dem letzten Reisetag, fliegt das katholische Kirchenoberhaupt nach Teneriffa. Auch diese kanarische Insel ist durch Migranten geprägt, dem Papst Leo auch dort Rechnung trägt. Nach den Begegnungen zu diesem Thema am Vormittag feiert er um 12.15 Uhr die große Schlussmesse seiner Reise im Stadion von Teneriffa. Am römischen Hauptstadt-Flughafen Fiumicio wird der Papst um 20.10 Uhr erwartet.
4. Auslandsreise des Papstes
Mit dem Spanien-Besuch macht Leo XIV., der am 8. Mai 2026 genau ein Jahr im Amt ist, seine vierte Auslandsreise. Das Reise-Motto „Alzad la mirada“ (Hebt euren Blick), angelehnt an das Johannesevangelium (Joh 4,35), ist eine Aufforderung, über alltägliche Sorgen hinauszublicken. Im April hatte das katholische Kirchenoberhaupt Afrika besucht. Im März war Leo XIV. in Monaco. Im vergangenen Herbst hatte er, als erste Auslandsreise in seinem Pontifikat, den Libanon und die Türkei besucht.
Das ausführliche Programm auf Englisch hier.
(vatican news - sst)
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