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Der kleine Junge Alan Kurdi kam bei der Überfahrt des Mittelmeers ums Leben. Hier eine Zeichnung des an einen Strand gespülten Syrers kurdischer Abstammung. Das Kind wurde drei Jahre alt. Der kleine Junge Alan Kurdi kam bei der Überfahrt des Mittelmeers ums Leben. Hier eine Zeichnung des an einen Strand gespülten Syrers kurdischer Abstammung. Das Kind wurde drei Jahre alt. 

Papst zum Weltflüchtlingstag: Sorge um minderjährige Flüchtlinge

„Auch nur eines dieser Kinder“ ist der Titel der Papstbotschaft zum 112. Weltflüchtlingstag, der traditionell am letzten Sonntag im September begangen wird. Das gab das vatikanische Entwicklungs-Dikasterium an diesem Donnerstag bekannt.

Der Titel der Botschaft stellt einen klaren Bezug zum Matthäusevangelium her. Dort heißt es: „Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf“ (Mt 18,5).

Christliche Pflicht des Schutzes und der Aufnahme

Mit der Wahl des Themas wolle Papst Leo XIV. „die Sorge der Kirche um die Minderjährigen zum Ausdruck bringen, die unmittelbar von der Migrationserfahrung betroffen sind, und an die Pflicht erinnern, jeden von ihnen aufzunehmen, wie es uns das Evangelium lehrt“, heißt es in der Pressemitteilung der Vatikanstelle, die unter anderem mit den Belangen von Migranten und Flüchtlingen befasst ist.

Rechte und Würde der Kleinsten bedroht

Es sei „nicht das erste Mal, dass sich Päpste lehramtlich zu diesem Thema äußern, wird weiter erinnert. Die aktuelle Migrationssituation bringe allerdings „neue Herausforderungen mit sich, die die Rechte und die Würde der Kleinsten ernsthaft bedrohen und dringende sowie wirksame Antworten erfordern“.

Menschenwürde statt Rechenspiele

Die Vatikanbehörde übt Kritik an aktuellen Politikstilen der Abschottung und Quantifizierung. Es könne nicht darum gehen, „über Zahlen oder Prozentsätze zu diskutieren“. „Auch nur eines“ sei „ein höchster Wert“, wird mit Verweis auf jedes einzelne Menschenleben betont, vor allem das der Kleinsten und Schutzlosesten.

Leo XIV. bald in Lampedusa

In Europa wie auch anderen Weltregionen haben Tendenzen der Abschottung und Abschiebung im Umgang mit Flüchtlingen zuletzt zugenommen. Die Würde und Rechte von minderjährigen Migranten und Flüchtlingen sind im Prozess der Migration etwa bei der Trennung von Familien, dem Menschen- und Organhandel sowie allgemein dem mangelnden Schutz Minderjähriger vor Ausbeutung und Missbrauch bedroht.

Der Vatikan bestätigte jüngst, dass Leo XIV. am 4. Juli die Mittelmeerinsel Lampedusa besuchen will. Sein Vorgänger Franziskus unternahm dorthin seine erste Reise außerhalb Roms als Papst. Bereits bei der Papstreise im Juni stehen die Kanarischen Inseln auf dem Programm von Leo XIV., die ebenfalls auf einer der Hauptflüchtlingsrouten im Mittelmeer liegen.

Der katholische „Welttag des Migranten und Flüchtlings“ wird in 2026 zum 112. Mal begangen; ausgerufen hat ihn Papst Benedikt XV. im Jahr 1914. Es ist das erste Mal, dass Papst Leo das Motto festlegt; 2025 fand der Weltflüchtlingstag noch unter dem von Papst Franziskus festgelegten Motto statt - wegen des Heiligen Jahres ausnahmsweise im Oktober im Rahmen des „Jubiläums der Migranten und der missionarischen Welt“.

(vatican news – pr)

 

 

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09. April 2026, 12:50