Nigeria: Unklarheit über Opferzahlen nach Angriffen auf Kirchen
Unmittelbar nach dem Angriff nannten die staatlichen Behörden eine Zahl von fünf getöteten Zivilisten. Diese Angabe wurde später von einem örtlichen Kirchenvertreter korrigiert, der die Zahl der Todesopfer mit sieben bezifferte.
Zusätzliche Kontroversen gibt es über den Status der Geiseln. Während die nigerianische Armee meldete, dass 31 verschleppte Personen befreit werden konnten, widersprechen lokale Bewohner diesen Berichten. Ein Gemeindevorsteher erklärte gegenüber „BBC Africa“: „Soweit wir wissen, befinden sich alle entführten Opfer noch immer in der Gewalt der Banditen.“ Der Verbleib der Gefangenen gilt damit weiterhin als ungeklärt.
Hintergrund der Gewalt in Kaduna
Die Region Kaduna ist seit Jahren Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen. Bewaffnete Gruppen verüben regelmäßig Überfälle auf Dörfer, die mit Entführungen zur Lösegelderpressung oder Tötungen enden.
Die Konflikte in diesen Gebieten weisen eine komplexe Struktur auf, in der verschiedene Faktoren zusammenwirken wie beispielsweise religiöse und ethnische Spannungen mit Zusammenstößen zwischen überwiegend muslimischen Bevölkerungsgruppen und christlichen Bauerngemeinden; Ressourcenkonflikte und Streitigkeiten um nutzbare Weideflächen und Landrechte, insbesondere zwischen der ethnischen Gruppe der Fulani und sesshaften Bauern sowie Kriminalität durch Aktivitäten bewaffneter Banden, die unabhängig von ideologischen Motiven agieren.
Trotz der Präsenz der Sicherheitskräfte bleibt die humanitäre Lage für die Zivilbevölkerung in den betroffenen Distrikten prekär. Eine unabhängige Bestätigung der Armeeangaben zur Befreiung der Geiseln von Ariko steht bislang aus.
(kap - mg)
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