Vatikan/Russland: Papst nimmt Rücktritt von Paolo Pezzi an
Als Erzbischof im Erzbistum Mutter Gottes von Moskau war Pezzi seit September 2007 tätig; Papst Benedikt XVI. hatte ihn damals ernannt. Pezzi, Jahrgang 1960 und Borromäus-Missionar, hatte nach seinem Umzug von Italien nach Russland in den Jahren 2006 und 2007 bereits als Rektor des Priesterseminars „Maria Regina degli Apostoli“ in Sankt Petersburg gewirkt, bevor er in die Hauptstadt wechselte. Für die Bewegung „Comunione e Liberazione“ in Russland, die ursprünglich in Mailand gegründet wurde und heute weltweit tätig ist, trug er mehrere Jahre Verantwortung.
Die letzten Jahre von Pezzis Amtszeit als Erzbischof von Moskau waren vom russischen Angriffskrieg in der Ukraine überschattet, den der Papst und die katholische Weltkirche entschieden ablehnt – anders die russisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchates, die den Krieg bis heute rechtfertigt.
Wie der Vatikan an diesem Samstag ebenfalls mitteilte, soll der Moskauer Weihbischof Nikolai Dubinin soll die Diözese Moskau nun übergangsweise leiten – als „amministratore apostolico sede vacante“. Der gebürtige Russe, Jahrgang 1973, Sohn eines orthodoxen Vaters und einer katholischen Mutter, besuchte in den 1990er Jahren das Priesterseminar in Moskau, wo er auch zum Priester geweiht wurde. Nach einem dreijährigen Studienaufenthalt in Rom (2002-2005) wirkte er als Generalkustos des Franziskanerordens in Russland und als Vorsitzender der russischen Konferenz der Ordensoberen.
Es war Papst Franziskus, der Dubinin im Juli 2020 zum Weihbischof im Erzbistum Mutter Gottes von Moskau machte – damals ein Novum, denn bis dato hatte keiner der vier Ortsbischöfe in Russland einen Weihbischof an seiner Seite. Außerdem war Dubinin der erste russische katholische Bischof seit mehr als 100 Jahren.
(vatican news – pr)
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