Priester in einer Kapelle Priester in einer Kapelle  (Casimiro Jorge Cajucam, Guiné-Bissau)

Papst Leo an alle Priester: Heiligkeit im Alltag leben

Papst Leo XIV. hat die Priester weltweit zu einem Leben aus der Nähe zu Christus, zum Dienst an den Menschen und zur gegenseitigen Unterstützung aufgerufen. In einer Botschaft zum Weltgebetstag um die Heiligung der Priester an diesem Freitag, dem Herz-Jesu-Fest, betonte er, Heiligkeit gehöre zum Wesen des priesterlichen Dienstes.

„Die Heiligkeit, die von uns verlangt ist, besteht darin, dass wir uns dem Herrn ganz anvertrauen und uns von seinem Heiligen Geist verwandeln lassen“, so der Papst in seiner Botschaft, die im Wortlaut auch auf Deutsch vorliegt. Das priesterliche Leben beschrieb er als Spannung zwischen göttlicher Berufung und menschlicher Begrenztheit. Priester seien berufen, an Gottes Heiligkeit teilzuhaben, zugleich aber von Schwäche, Müdigkeit und Verwundungen geprägt. Frieden finde der Priester in Christus, erklärte Leo XIV. Die Geistlichen sollten das Geschenk ihrer Weihe immer neu beleben „durch die tägliche Feier der Eucharistie, das Gebet, die Betrachtung des Wortes Gottes und den demütigen Dienst an unseren Brüdern und Schwestern“, so Leo XIV.

In einer Zeit voller „Spaltungen und Ängste“ könnten und sollten Priester Friedensstifter sein und die „Zärtlichkeit des guten Hirten“ bezeugen, fuhr der Papst fort. Dieser Hirte verstehe es, „die Verlorenen zu sammeln und die Verwundeten zu heilen“. Priesterlicher Eifer dürfe dabei nicht in bloßen Aktivismus münden. Er entspringe einer Liebe, die Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Dilexit nos“ als „Ekstase, Hinausgehen, Geschenk und Begegnung“ beschrieben habe.

„Deshalb ist von uns eine Gottesbeziehung verlangt, die uns nicht von den Menschen entfernt“

Danach lenkte Leo XIV. den Blick auf das Herz Jesu als Vorbild priesterlicher Heiligkeit. Gottes Heiligkeit zeige sich nicht in Distanz, sondern in einer Liebe, die sich verschenke und verletzbar mache. „Deshalb ist von uns eine Gottesbeziehung verlangt, die uns nicht von den Menschen entfernt, sondern uns allen zu Nächsten macht; die geduldige, liebevolle Herzen formt, die fähig sind zu Nähe, Mitgefühl und Zuhören“, schrieb der Papst.

Darüber hinaus warb Leo XIV. für die Pflege der priesterlichen Gemeinschaft. Heiligkeit könne niemand allein leben. „Pflegt die priesterliche Brüderlichkeit: Haltet Kontakt zueinander, hört einander zu, unterstützt euch gegenseitig“, lud der Papst die Priester ein. Isolation gefährde das geistliche Leben. „Ein Priester, der sich isoliert, brennt langsam aus; ein Priester, der mit seinen Brüdern gemeinsam unterwegs ist, wächst.“

Weltweit gibt es gut 400.000 katholische Priester. Den Weltgebetstag zur Heiligung der Priester hatte Johannes Paul II. im 1995 auf Vorschlag der vatikanischen Klerusbehörde ein.

(vatican news – gs)

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12. Juni 2026, 11:11