Suche

Gebet einer Gläubigen in Kerala Gebet einer Gläubigen in Kerala  (AFP or licensors)

Papst lobt „kostbare Identität“ der Syro-Malankarischen Kirche

Der Papst hat die in Indien und weltweit verbreitete Syro-Malankarische Kirche zu Einheit, Traditionsbewusstsein und Evangelisierung ermutigt. Leo XIV. empfing am Montag Gläubige der mit Rom verbundenen Ostkirche in Audienz.

Anne Preckel - Vatikanstadt

Eine Delegation der Syro-Malankarischen Katholischen Kirche, angeführt von deren Oberhaupt Kardinal Baselios Mar Cleemis Thottunkal, hält sich derzeit zu einer Konferenz in Rom auf und nutzte an diesem Montag die Gelegenheit, um Papst Leo zu besuchen.

In seiner Ansprache vor den Ostkirchen-Vertretern im Vatikan erinnerte der Papst an die lange und reiche Tradition der Syro-Malankarischen Kirche, deren Wurzeln bis in die Zeit der Erstmission des Apostels Thomas im indischen Kerala zurückreichen. Leo XIV. verwies auf die Phase, in der sich Thomaschristen mit der römisch-katholischen Kirche verbanden und würdigte in diesem Kontext den ersten Erzbischof der Syro-Malankarischen Kirche, Mar Ivanios (1882-1953), sowie den Bischof von Tiruvalla, Mar Theophilos (1891-1956).

Hier zum Nachhören

Lange und reiche Tradition

Mar Ivanios sei „ein wahrer Hirte nach dem Herzen Jesu“ gewesen, der schon als junger Priester „weit über die Grenzen seiner christlichen Gemeinschaft in Kerala hinausgeblickt“ habe, so Leo XIV.. Er habe jene „Dynamik des guten Samens“ gesucht, die durch die Verkündigung und das Martyrium des Apostels Thomas in Indien gesät worden sei.

Auch habe er darauf bestanden, „dass Missionsarbeit nicht nur mit Worten, sondern vielmehr durch ein tugendhaftes Leben und aufrichtigen karitativen Dienst geleistet werden müsse“, so der Papst. „Aus diesem Grund war eure Kirche seit ihrer Gründung stets ein Leuchtfeuer evangelischer Energie und apostolischer Nächstenliebe, das den am Rande der Gesellschaft Stehenden soziale Gerechtigkeit, Bildung und ganzheitliche menschliche Entwicklung brachte.“

Evangelisierung in Indiens jüngeren Diözesen

Durch „Anziehungskraft“ habe diese Kirche dann auch rasch Verbreitung gefunden, über ethnische und sprachliche Grenzen hinweg, lobte der Papst, der hier das Engagement der Kirchenleitung und von Ordensschwestern würdigte. Es sei wünschenswert, dass dieser Elan heute weitergetragen werde, so Leo XIV.: „Ich ermutige die Bischofssynode und die Ordensgemeinschaften Ihrer Kirche, ein ähnliches Engagement für die jüngeren Diözesen in Indien zu zeigen, insbesondere für die weitläufigen Eparchien des Heiligen Ephrem von Khadki und des Heiligen Johannes Chrysostomos von Gurgaon.“ Der Papst ergänzte hier in freier Rede, hier melde sich ein „zukünftiger Kandidat“, ohne aber Details zu verraten.

Papst Leo hob zugleich hervor, wie wesentlich die Pflege des reichen Erbes der Syro-Malankarischen Kirche und die weltweite Unterstützung der Gläubigen dieser Kirche in der wachsenden Diaspora sei. Seine Vorgänger Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus hätten für die zahlreichen syro-malankarischen Gläubigen in Nordamerika kirchliche Strukturen geschaffen und ausgebaut, und er selbst setze diese Linie fort, so Papst Leo.

„Mit ähnlichen Absichten ernannte ich bereits im ersten Jahr meines Pontifikats den ersten hauptamtlichen Apostolischen Visitator für die syro-malankaraischen Katholiken in ganz Europa, Seine Exzellenz Mar Osthathios. Seine Aufgabe ist es, den aktuellen Stand der Seelsorge zu erfassen, um den Bischöfen vor Ort und dem Heiligen Stuhl Vorschläge zum geistlichen Wohl der Gläubigen zu unterbreiten.“

Vatikan will Pflege der Traditionen in Diaspora erleichtern

In diesem Zusammenhang habe er auch das Dikasterium für die Ostkirchen um Unterstützung gebeten, um „Grundsätze, Normen und Richtlinien“ zu erarbeiten, „anhand derer lateinische Bischöfe die Ostkatholiken in der Diaspora konkret in ihren Bemühungen um den Erhalt ihrer lebendigen Traditionen und damit durch ihr besonderes Zeugnis um die Bereicherung der Gemeinschaften, in denen sie leben, unterstützen können“.

Ziel sei ein „festes und dauerhaftes“ Glaubensfundament, das sich aus Traditionen speist und der gesamten katholischen Kirche zugutekommen solle, so der Papst. Er ermutigte seine Gäste dazu, „das Bewusstsein für die kostbare Identität der Syro-Malankarischen Kirche und eure eigene Verbundenheit mit ihr zu stärken“ und hob hervor, er wolle für weitere Berufungen in dieser lebendigen Kirche beten.

Die Tagung, an der die syro-malankarische Delegation in Rom teilnimmt, ist die erste Tagung der europäischen Vertreter der Syro-Malankarische Kirche. Die mit Rom unierte Ostkirche pflegt den westsyrischen Ritus, Liturgiesprache ist Malayalam, und teils auch Aramäisch. Weltweit zählt die Syro-Malankarische Kirche mehrere hundertausend Gläubige, die Diaspora-Gemeinschaften wachsen.

(vatican news/pro oriente – pr)

 

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

15. Juni 2026, 11:37