Papst Leo XIV. in Pavia am 20.6.2026 Papst Leo XIV. in Pavia am 20.6.2026  (@Vatican Media)

Leo XIV. in Pavia: Augustinus, Frieden, Demokratie, Migration

Am Samstag (20. Juni) hat Papst Leo XIV. die norditalienische Stadt Pavia besucht. Unser Rückblick auf die wichtigsten Etappen und Aussagen des katholischen Kirchenoberhaupts.

Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt

Papst Leo XIV., der seit rund 50 Jahren Mitglied des Augustinerordens ist, besuchte in der Basilika San Pietro in Ciel d'Oro das Grab des heiligen Augustinus und feierte als ersten großen öffentlichen Termin in der Kirche mit 1.800 Teilnehmenden, darunter auch zahlreichen Mitbrüdern des Augustinerordens, einen Wortgottesdienst. In seiner Predigt warb Leo XIV. für eine lebendige Kirche und Evangelisierung:

„In einer Zeit, in der viele Menschen den Sinn für das Geistliche verloren zu haben scheinen oder aus verschiedenen Gründen das Angebot des christlichen Glaubens für ihr Leben nicht mehr als attraktiv empfinden, sind wir vor allem dazu aufgerufen, die Botschaft des Evangeliums zu verkünden – eine freudige und befreiende Botschaft von Jesus Christus, die die Schönheit des Glaubens für unser Leben und für unsere Gesellschaft zum Vorschein bringt. Es besteht heute mehr denn je die Notwendigkeit, Menschen bei der Entdeckung oder Wiederentdeckung des Glaubens zu begleiten", unterstrich der Papst.

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Appell für Frieden und Demokratie

Auf dem Kirchplatz richtete Leo XIV. anschließend folgende Worte an die rund 1.500 Menschen, die sich dort versammelt hatten:

„Wir alle wollen in Frieden leben. Es ist sehr wichtig, dass wir die Hoffnung niemals verlieren.“ Hier verwies der Papst auch auf den heiligen Augustinus und dessen Aufforderung, in Frieden zu leben, indem wir bei uns selbst anfangen: „Wenn wir die Zeiten ändern wollen, wenn wir wollen, dass die Welt in Frieden lebt, müssen wir bei uns selbst anfangen. Das heißt: Schluss mit Hassreden, Schluss mit Beleidigungen, Schluss mit Mobbing, Schluss mit all den Dingen, die Krieg zwischen Menschen, zwischen Gemeinschaften und zwischen Ländern schüren. Wir alle müssen lernen, Friedensstifter und Fürsprecher der Versöhnung zu sein.“

Papst Leo XIV. in Pavia am 20.6.2026
Papst Leo XIV. in Pavia am 20.6.2026   (@Vatican Media)

„Wenn wir die Zeiten ändern wollen, wenn wir wollen, dass die Welt in Frieden lebt, müssen wir bei uns selbst anfangen. Das heißt: Schluss mit Hassreden, Schluss mit Beleidigungen, Schluss mit Mobbing, Schluss mit all den Dingen, die Krieg zwischen Menschen, zwischen Gemeinschaften und zwischen Ländern schüren“

Treffen mit der Bevölkerung

Anschließend sprach der Papst auf der Piazza della Vittoria zur Bevölkerung über die Bedeutung des Zusammenlebens und die Verantwortung für die Gesellschaft:

„Sozial zu sein bedeutet, solidarisch zu sein und sich wie echte Mitmenschen zu verhalten: motiviert vom Gemeinwohl und nicht von Partikularinteressen. Die Bürger sind immer Mitbürger! Tatsächlich bezeichnet ,Gemeinde`die demokratische Körperschaft, die sich um die Stadt kümmert und das Wohlergehen ihrer Bewohner fördert.“

Papst Leo XIV. in Pavia am 20.6.2026
Papst Leo XIV. in Pavia am 20.6.2026   (@Vatican Media)

„Wir alle müssen lernen, Friedensstifter und Fürsprecher der Versöhnung zu sein“

Fokus Migration

Am frühen Abend machte Leo XIV. dann zum Abschluss noch einen Stopp im rund 23 Kilometer entfernten Sant'Angelo Lodigiano. Dort gedachte er mit bewegenden Worten der heiligen Francesca Saverio Cabrini, Schutzpatronin der Migranten.

„Ich bin hier, um Mutter Cabrini zu ehren, Schutzpatronin der Migranten und erste US-amerikanische Heilige. Sie wurde 1850 hier in Sant’Angelo Lodigiano geboren und starb 1917 in Chicago, meiner Heimatstadt,“ betonte Papst Leo das besondere Band, das ihn mit dieser Heiligen verbindet. Migration sei auch heute noch ein Thema, das die Kirche herausfordere, betonte Leo XIV.:

„Aber, liebe Schwestern und Brüder, wenn wir auf die heutige Welt blicken, was sollen wir dann sagen? Dieses „Zeichen“, nämlich das Phänomen der Migration, ist in eine andere Phase eingetreten, die sicherlich komplexer ist, aber dennoch nicht weniger dazu in der Lage, die Kirche herauszufordern…“

Papst Leo XIV. am 20.6.2026 in Sant'Angelo Lodigiano
Papst Leo XIV. am 20.6.2026 in Sant'Angelo Lodigiano   (@VATICAN MEDIA)

„Liebe Schwestern und Brüder, wenn wir auf die heutige Welt blicken, was sollen wir dann sagen? Dieses „Zeichen“, nämlich das Phänomen der Migration, ist in eine andere Phase eingetreten, die sicherlich komplexer ist, aber dennoch nicht weniger dazu in der Lage, die Kirche herauszufordern“

Die letzten Worte vor dem Rückflug

Zum Sportplatz von Sant'Angelo Lodigiano, wo Papst Leo in den Hubschrauber stieg, um in den Vatikan zurückzukehren, waren rund 2.200 Leute zur Verabschiedung gekommen, darunter viele junge Menschen und Kinder. Ihnen sagte der Papst: „Ihr jungen Leute könnt die Welt verändern, wir zählen auf euch.“ Dann stieg er in den Helikopter, der den Papst gegen 21 Uhr zurück in den Vatikan brachte.

Papst Leo XIV.  am 20.6.2026 kurz vor dem Abflug im Helikopter vom Sportplatz in Sant'Angelo Lodigiano
Papst Leo XIV. am 20.6.2026 kurz vor dem Abflug im Helikopter vom Sportplatz in Sant'Angelo Lodigiano   (@VATICAN MEDIA)

„Ihr jungen Leute könnt die Welt verändern, wir zählen auf euch“

(vatican news - sst) 

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21. Juni 2026, 15:50