Leo XIV. in Spanien eingetroffen - Gespräch mit Journalisten
Mario Galgano - Vatikanstadt
Das Kirchenoberhaupt drückte seine Freude über den Besuch aus und betonte, dass er das Land zwar bereits oft besucht habe, nun jedoch zum ersten Mal in dieser Funktion reise. Eine apostolische Visite diene dazu, den Gläubigen zu begegnen, den Glauben zu feiern und die Botschaft Jesu Christi zu verkünden. Gleichzeitig richte sich die Kirche an die gesamte Gesellschaft, was auch in der am 25. Mai veröffentlichten Enzyklika deutlich werde. Der Papst hob hervor, dass er insbesondere auf eine starke und enthusiastische Präsenz junger Katholiken in Städten wie Madrid, Barcelona und auf den Kanarischen Inseln setze, um eine Botschaft der Liebe Gottes, der Nächstenliebe und des Respekts für jeden Menschen zu vermitteln.
Geschenk von den Vatikanmedien
Während des Fluges überreichten Journalisten der Vatikanmedien dem Papst ein Geschenk von Patienten des Kinderkrankenhauses Bambino Gesù auf dem römischen Gianicolo-Hügel. Es handelt sich um ein mit Filzstiften gezeichnetes Bild, das eine gelbe Sonne, ein weißes Flugzeug mit den Schlüsseln Petri auf dem Heck und eine spanische Flagge zeigt. Am Fenster des Flugzeugs ist der Papst mit einer goldenen Kreuzkette zu sehen. Die neunjährige Giulia leitete die Gestaltung des Bildes in der Spielleiterkabine des Krankenhauses und fügte neben ihrer Unterschrift ein kleines Herz hinzu. Diese Initiative setzt eine Geste aus dem vergangenen April fort, als die jungen Patienten dem Pontifex bereits vor seiner Reise nach Afrika eine Zeichnung gewidmet hatten. Der Papst betrachtete die Details aufmerksam, lächelte und bedankte sich für das Präsent, das ihn nun symbolisch auf seiner Reise auf die Iberische Halbinsel begleitet.
Papst beantwortete Fragen von Journalisten
Zudem nahm das Kirchenoberhaupt während des Fluges zu ernsten gesellschaftlichen und kirchlichen Themen Stellung. Die Problematik des sexuellen Missbrauchs bezeichnete er als „eine Wunde, die noch offen ist“. Er kündigte an, im Laufe seines Aufenthalts mit Opfern zusammenzutreffen, merkte jedoch an, dass es unmöglich sei, alle Betroffenen zu empfangen, die dies wünschten.
Darüber hinaus äußerte das Kirchenoberhaupt tiefe Besorgnis über die internationale politische Lage, insbesondere mit Blick auf die Ukraine. Da die jüngsten Dialogversuche zwischen Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj erfolglos blieben, forderte der Papst nachdrücklich, die Verhandlungen voranzutreiben, um der Gewalt und dem Krieg ein Ende zu setzen. Die Situation verschlechtere sich fortlaufend, und nach viereinhalb Jahren des Konflikts müsse eine Lösung gefunden werden. Bezüglich der komplexen Lage im Libanon erklärte der Papst, dass er in fortlaufendem Kontakt mit religiösen Führern stehe, um gemeinsam nach Antworten zu suchen.
Auf eine Frage zum Iran und zum Thema Krieg bezog sich der Papst auf die Reflexionen des kirchlichen Lehramtes der vergangenen Jahre. Er verwies dabei auf die tiefgreifenden Veränderungen, die durch moderne Militärtechnologien und die Zerstörungskraft zeitgenössischer Waffen herbeigeführt wurden.
Abseits der politischen Themen kam an Bord auch die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft zur Sprache. Der Papst erklärte, dass er bei dem Turnier den USA die Daumen drücken werde, schränkte jedoch ein, nicht zu wissen, wie viele Spiele er tatsächlich verfolgen könne. Auf die Frage nach seiner Präferenz zwischen den spanischen Spitzenvereinen FC Barcelona und Real Madrid antwortete er, dass der Papst für alle Mannschaften symphathisiere, während Kurienkardinal Robert Prevost Real Madrid unterstütze.
Sprachstudium in den Nachtstunden
Für einen möglichen Deutschlandbesuch lernt Papst Leo XIV. die Sprache des Landes. „Ich lerne spät in der Nacht Deutsch, tagsüber habe ich praktisch keine Zeit dafür“, erklärte das Kirchenoberhaupt an diesem Samstag auf dem Flug nach Madrid gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Frage, ob eine Reise nach Deutschland geplant sei, beantwortete der Pontifex positiv, schränkte jedoch ein, dass die Vorbereitungen bislang an keinen konkreten Zeitplan gebunden seien.
Bei verschiedenen Anlässen nutzte der Papst bereits die deutsche Sprache in der Öffentlichkeit. Am Freitag entschuldigte er sich bei einem Empfang deutscher Verbindungsstudenten für sein verspätetes Erscheinen mit einem Verweis auf die deutsche Pünktlichkeit und fügte in deutscher Sprache hinzu: „Ich bin ein Ausländer!“
Die Ankunft in Madrid
Die päpstliche Maschine landete an diesem Samstag um 10:12 Uhr in Madrid. Beim Verlassen des Flugzeugs wurde der Pontifex von König Felipe VI. und Königin Letizia empfangen. Zur Begrüßungsdelegation gehörten neben dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez auch Justizminister Félix Bolaños, Außenminister José Manuel Albares, die Regionalpräsidentin von Madrid, Isabel Díaz Ayuso, sowie der Bürgermeister der Hauptstadt, José Luis Martínez-Almeida. Von kirchlicher Seite hießen ihn der Vorsitzende der Spanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Luis Argüello García, und der Erzbischof von Madrid, José Cobo Cano, willkommen. Am Flughafen wurde der Papst zudem von einer Gruppe von Kindern begrüßt. Während in den Kirchen Madrids die Glocken läuteten, versammelten sich zahlreiche Pilger im Bereich des Königspalastes, wo der Aufenthalt des Kirchenoberhauptes fortgesetzt wird.
(vatican news)
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