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Papst beendet Spanienreise mit Appell für Migranten

Leo XIV. hat seine einwöchige Spanienreise beendet. Von Teneriffa aus kehrt er an diesem Freitagnachmittag nach Rom zurück.

 

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

Seine letzten Termine auf den Kanarischen Inseln nutzte der Papst zu neuerlichen Appellen, beim Thema Migration die Menschenwürde nicht aus den Augen zu verlieren. Dass sich Menschen gezwungen sähen, auf lebensgefährlichen Routen über das Meer zu migrieren, brandmarkte er als ein „Versagen der Menschheitsfamilie“; wenn Integration nicht gelinge, bedeute das einen „stillen Schiffbruch“. Der Papst sprach auch Menschenhändlern und Schleppern ins Gewissen: „Hört auf damit, bekehrt euch!“

Die Kanarischen Inseln waren die letzte Etappe von Leos erster größerer Europareise. Begonnen hatte die Tour in der spanischen Hauptstadt Madrid, wo er als erster Papst überhaupt vor dem dortigen Parlament das Wort ergriff. In Barcelona feierte er eine Messe in der Basilika Sagrada Família des Architekten Antoni Gaudí und segnete ihren Christusturm, den mittlerweile höchsten Kirchturm der Welt.

Überraschendes Echo in spanischer Gesellschaft

Im Mittelpunkt der Ansprachen Leos XIV. bei seiner Spanienreise stand der Respekt vor der Menschenwürde; sie gelte uneingeschränkt, für das ungeborene Leben wie für alte Menschen oder Migranten. „Jede wahrhaft gerechte Gesellschaft gründet auf der Anerkennung der unantastbaren Würde des Menschen“, formulierte der Papst am Montag im Plenarsaal des spanischen Parlaments. „Diese Würde geht jeder Zuerkennung vonseiten des Staates voraus. Sie steht jedem Menschen allein aufgrund seiner Existenz zu und muss daher jede positive Rechtsordnung prägen.“

Die Visite des Papstes ist in der spanischen Gesellschaft auf ein überraschendes Echo und Interesse gestoßen. An einer Messfeier und Fronleichnamsprozession mit Leo im Stadtzentrum von Madrid nahmen am vergangenen Sonntag 1,2 Millionen Menschen teil. Obwohl mehr als neunzig Prozent der Spanier getauft sind, ist die religiöse Praxis doch im Sinkflug. Das Ansehen der Bischofskonferenz und der Kirche überhaupt hat durch Missbrauchsskandale stark gelitten. Während seines Aufenthalts in Madrid hat sich der Papst auch mit spanischen Missbrauchsopfern getroffen.

(vatican news)
 

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12. Juni 2026, 16:37