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Gebet im Wallfahrtsort Vallepietra Gebet im Wallfahrtsort Vallepietra  (@Vatican Media)

Papst Leo XIV. macht einen Sommerausflug

Auch an diesem Mittwoch hat Papst Leo XIV. die Sommerfrische zu einem Ausflug in die Umgebung genutzt: Wie am frühen Nachmittag bekannt wurde, war er in dem regional Wallfahrtsort Vallepietra bei Subiaco, rund 100 Kilometer von Castel Gandolfo entfernt. Anschließend begab er sich noch in die bedeutenden Klöster San Benedetto und Santa Scolastica in Subiaco.

Der Pressesaal des Heiligen Stuhls teilte im Anschluss an den Besuch in einer kurzen Erklärung mit, dass der Papst am Vormittag vor dem Fresko der Dreifaltigkeit in Vallepietra gebetet und anschließend einige Gläubige sowie Ordensleute begrüßt habe. Während seines Aufenthalts verweilte Leo XIV. auch vor einem Bild des heiligen Johannes Paul II., der den Wallfahrtsort Vallepietra am 3. Oktober 2000 im Heiligen Jahr besucht hatte. Ein auf der Internetseite des Heiligtums veröffentlichtes Video zeigt den Papst, wie er die Anwesenden von einem Balkon aus grüßt. 

Der Papst im "Sacro Speco" in Subiaco
Der Papst im "Sacro Speco" in Subiaco   (@Vatican Media)

Anschließend an seinen Besuch in Vallepietra begab sich der Papst zum Kloster San Benedetto in Subiaco. Bei seinem Rundgang durch die Anlage verweilte er in stiller Andacht vor dem Fresko des Heiligen Franziskus aus dem 13. Jahrhundert und küsste im „Sacro Speco“ - der Höhle, in der der Überlieferung zufolge der heilige Benedikt von Nursia um das Jahr 500 drei Jahre als Einsiedler verbrachte - traditionsgemäß das Knie der Statue des Heiligen. Gemeinsam mit den Anwesenden sprach er auch das Vaterunser.

Danach begab er sich zum Kloster Santa Scolastica, wo er mit der Benediktinergemeinschaft zu Mittag aß und die Kreuzgänge sowie das Kloster besichtigte, bevor er sich gemeinsam mit seinen Begleitern auf den Rückweg nach Castel Gandolfo begab.

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Beim Besuch im Wallfahrtsort der "Santissima Trinità" in Vallepietra
Beim Besuch im Wallfahrtsort der "Santissima Trinità" in Vallepietra   (@Vatican Media)

Das nahe der Stadt Subiaco, unmittelbar an der Grenze der Region Latium, gelegene Heiligtum zieht jedes Jahr mehrere Hunderttausend Pilger an. Das dort verehrte Fresko der Allerheiligsten Dreifaltigkeit gilt als das bedeutendste künstlerische und spirituelle Element der Wallfahrtsstätte. Es zählt zu den einzigartigen Werken der mittelalterlichen Kunst des Abendlandes und weist einen starken Einfluss der byzantinischen Malerei auf. Die Forschung datiert das Fresko überwiegend auf das späte 11. oder das 12. Jahrhundert.

Besonders außergewöhnlich ist seine Darstellung der Dreifaltigkeit: Anders als in der westlichen Kunst üblich werden nicht der Vater als Greis, der Sohn und die Taube als Symbol des Heiligen Geistes gezeigt. Stattdessen sind drei identische menschliche Gestalten nebeneinander sitzend dargestellt. Diese ikonografische Form verdeutlicht, dass Vater, Sohn und Heiliger Geist dieselbe göttliche Natur besitzen. Es handelt sich um eine der wenigen erhaltenen Darstellungen dieser Art im Westen.

Der Wallfahrtsort
Der Wallfahrtsort   (@Vatican Media)

Über die Ursprünge der Wallfahrtsstätte existieren mehrere Legenden. Auf der Internetseite des Heiligtums werden insbesondere eine volkstümliche und eine literarische Überlieferung genannt. Nach der ersten Legende pflügte ein Bauer auf dem Hügel della Tagliata, als seine Ochsen mitsamt dem Pflug in eine Schlucht stürzten. Am Fuß der Felswand fand er die Tiere kniend vor einem geheimnisvollen Bild der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in einer kleinen Höhle wieder. Der Pflug soll an einem Felsvorsprung hängen geblieben sein.

Der Papst in Pietravalle
Der Papst in Pietravalle   (@Vatican Media)

Die zweite, literarisch überlieferte Legende stammt aus einer Pergamentrolle, die später zerstört wurde, von der jedoch eine Abschrift erhalten blieb. Demnach flohen zwei Männer aus Ravenna, die in Rom lebten, vor der Verfolgung durch Kaiser Nero auf den Monte Autore. Dort begegneten sie den Aposteln Petrus und Johannes. Ein Engel erschien den vier Männern, versorgte sie mit himmlischer Nahrung und ließ eine Quelle entspringen. Am folgenden Tag habe die Allerheiligste Dreifaltigkeit den Monte Autore ebenso gesegnet wie den Berg Sinai und die heiligen Stätten Palästinas.

Der Wallfahrtsort
Der Wallfahrtsort   (@Vatican Media)

Neben diesen Legenden gibt es verschiedene wissenschaftliche Theorien zur Entstehung der Wallfahrtsstätte. Einige Forscher führen den Ursprung des der Allerheiligsten Dreifaltigkeit geweihten Heiligtums auf dem Monte Autore auf byzantinische Mönche oder Einsiedler zurück. Dafür sprechen unter anderem die griechisch geprägte Segensgeste der drei dargestellten Personen sowie historische Ortsnamen in der Umgebung. So trug der gegenüberliegende Berg bis ins vergangene Jahrhundert den Namen „Sion“, während der nächstgelegene Ort auf der abruzzesischen Seite „Cappadocia“ – wie die historische Landschaft in Kleinasien – heißt. Einer weiteren Theorie zufolge geht die Gründung des Heiligtums auf den heiligen Dominikus von Sora zurück.

 

Hinweis: Der Artikel wurde nachträglich um die „Reiseetappe“ in Subaico ergänzt - diese wurde durch den Pressesaal zeitversetzt bekannt gegeben.

(vatican news/santuariovallepietra - cs)

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22. Juli 2026, 12:38